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Bei gemeinsamen Hofeinsätzen kann jeder mithelfen, der Lust hat auf dem Acker zu arbeiten. Fotos: Privat/Solawi PF
Bei gemeinsamen Hofeinsätzen kann jeder mithelfen, der Lust hat auf dem Acker zu arbeiten. Fotos: Privat/Solawi PF
22.11.2017

Solidarische Landwirtschaft geht in zweite Runde

Neulingen/Enzkreis/Pforzheim. Habermark macht d’Bube stark“, lautet ein alemannisches Sprichwort, das sich auf das bereits seit der Antike verwendete Wurzelgemüse Haferwurz bezieht. Im Supermarktangebot findet man sie dennoch selten bis gar nicht. Kein Wunder also, dass zahlreiche Teilnehmer der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Pforzheim Enzkreis zu Beginn des ersten Jahres im Januar keine Ahnung hatten, was sie mit der weißen Wurzel anfangen sollten.

Sich nach der Saison richten, mit den Jahreszeiten kochen und essen, wissen, woher das Gemüse das man isst, kommt, selbst Hand anlegen auf dem Feld wenn man möchte, Einfluss nehmen auf den Anbauplan und dabei einen fairen Preis für demeterzertifiziertes Gemüse zahlen und dem Anbaubetrieb Planungssicherheit geben, weil man sich für ein Jahr bindet – all das sind elementare Aspekte der Idee der solidarischen Landwirtschaft.

Mit 66 Anteilen hatte diese damals begonnen und sich stetig weiterentwickelt auf mittlerweile 100 Anteile. Seinen wöchentlichen Anteil der Ernte kann jeder entweder freitags im Hermann-Maas-Haus der Diakonie in Pforzheim oder samstags direkt auf dem Auenhof abholen. Zeichnen kann man einen Anteil jeweils einmal im Jahr bei der Bieterrunde. Dort wird der solidarische Gedanke gelebt – auch darauf, dass jene, die mehr haben andere mit weniger finanziellem Spielraum mittragen. Denn der Richtpreis, der dort bekanntgegeben wird, kann sowohl über- als auch unterboten werden, so dass jeder in den Genuss regional erzeugten Gemüses kommen kann.