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Der Landtagsabgeordnete Erik Schweickert und Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack auf der Hängebrücke.  Foto: Rathaus Bad Wildbad 

„Sommerbergbahn stand vor dem Aus“ - Abgeordneter der FDP tauscht sich mit Klaus Mack über Tourismus vor Ort aus

Bad Wildbad. Die Unterstützung der Tourismusbranche war Thema beim jüngsten Austausch zwischen Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack und dem FDP-Landtagsabgeordneten Erik Schweickert. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses und tourismuspolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion im Landtag machte sich vor Ort ein Bild, wie eine effektive Tourismusförderung des Landes Anschub für private Investitionen sein kann.

„Die Sommerbergbahn stand im Jahr 2010 vor dem Aus“, berichtete Bürgermeister Mack. Die Rettung sei aus dem Sonderprogramm „Nachhaltige Tourismuswirtschaft“ mit 2,1 Millionen Euro gekommen, hinzu kamen 1,85 Millionen Euro aus dem Ausgleichstock für finanzschwache Kommunen. „Ohne diese Unterstützung des Landes hätten wir die Bahn schließen müssen“, so Mack.

Schweickert bekräftigte, wie wichtig diese Strukturförderung sei: „Am Beispiel Bad Wildbads kann man nachweisen, dass Tourismusförderung echte Wirtschaftsförderung ist“, so der FDP-Politiker.

Fünf Millionen Euro seien nach der Rettung der Sommerbergbahn von der Erlebnisakademie in den Baumwipfelpfad Schwarzwald investiert worden, vier Millionen von der Firma Eberhardt Bewehrungsbau in die Hängebrücke Wildline. Hinzu kam im vergangenen Jahr der Abenteuerwald, der nochmals eine Investitionssumme von über einer Million Euro in die Kurstadt gebracht habe, so Schweickert.

Mack wies beim Austausch insbesondere auf den Imagewechsel hin, den die Neuausrichtung der Stadt mit sich brachte: „Mit den nachhaltigen Natur-Erlebnissen auf dem Sommerberg treffen wir genau den Nerv der Zeit.“ Man entwickle sich von einem Traditionskurort hin zu einer modernen Urlaubsstadt. Trotzdem lege man ganz bewusst Wert auf die Tradition und die Thermalbäder.

Mack warb beim FDP-Politiker um Unterstützung für das Projekt „Staatsbad 4.0“. Auch hier brauche man die Unterstützung des Landes. Ziel sei aber auch, Synergien durch einen gemeinsamen Betrieb der Bäder zu schöpfen.

Mack und Schweickert waren sich einig, dass die Hotel- und Gaststättenbetriebe gerade nach der Corona-Krise entlastet werden müssen: Bürokratieabbau, mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit und steuerliche Entlastung müssten die Unternehmen in die Lage versetzen auch nach der Krise wieder Fuß zu fassen. Schweickert: „Der Tourismus ist eine Leitökonomie in Baden-Württemberg. Stirbt das Gasthaus, stirbt der Ort. Hier brauchen wir alle Anstrengungen der Politik, um gerade Standorte im ländlichen Raum attraktiv zu halten.“

Dazu gehöre auch der Einzelhandel: Mack plädiert für eine flexible Sonntagsöffnungszeit in den Urlaubsorten, natürlich nach den Gottesdiensten: „Wir müssen dann öffnen, wenn die Gäste da sind.“