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Unbekümmert: Der Mann steigt in Eutingen aus der S-Bahn, missachtet dann aber Warnschilder. Mit dem Ohrhörer auf dem Kopf würde er einen Zug aus der Gegenrichtung jedoch nicht bemerken.
Unbekümmert: Der Mann steigt in Eutingen aus der S-Bahn, missachtet dann aber Warnschilder. Mit dem Ohrhörer auf dem Kopf würde er einen Zug aus der Gegenrichtung jedoch nicht bemerken. © Meyer
09.08.2017

Sorglose Schritte in die Lebensgefahr: In Eutingen spielen einige mit ihrem Leben

Vor ihren letzten zwei Stadionrunden bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London hatte die Siebenkämpferin Carolin Schäfer etwas Bammel. Aber nach dem 800-Meter-Lauf ließ sie ihren Tränen freien Lauf: Sie hatte sich die Silbermedaille gesichert.

Vielleicht dachte sie in diesem Moment auch an ein tragisches Schicksal, das sie vor zwei Jahren erlebte: 2015 kam ihr Freund ums Leben, als er Gleise überquerte und von einem Zug erfasst wurde. Den leichtsinnigen, aber lebensgefährlichen Weg übers Schienenbett gehen zurzeit viele Fahrgäste, wie die PZ vor einer Woche berichtete. Zugführer Oliver Foit schlug Alarm, weil in Niefern Reisende den Gang über die Brücke scheuen und über die Gleise abkürzen. Nun stellt sich heraus: Im Eutinger Bahnhof ist die Situation noch schlimmer. Was ist an der Haltestelle im Pforzheimer Stadtteil los? „Noch viel mehr als in Niefern“, sagt Lothar Faas vom Fahrgastverband Pro Bahn. Kürzlich wäre ein Fahrgast um ein Haar überfahren worden: „Der junge Mann kam im allerletzten Moment noch auf die Haltestelle, der Angstschreck war dann so groß, dass er brechen musste.“ Zudem würden manche Fußgänger über die Schienen gehen, um schneller ins Wohngebiet rund um die Wittumstraße zu kommen, sagt Faas. Kürzlich sei ein Ehepaar mit Kinderwagen trotz des nicht zu übersehenden Warnschilds der Bahn über die Gleise marschiert, hat Anwohner Heinz Klingel beobachtet.

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