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Die Spätfolgen von Tschernobyl sind in der Region noch zu spüren: In Pilzen und radioaktiv belasteten Wildschweinen.
13.04.2011

Spätfolgen von Tschernobyl in der Region noch messbar

ENZKREIS. Für manchen scheint die Atomkatastrophe in Japan weit weg – Tausende Kilometer entfernt. Wie nah radioaktive Strahlung sein kann, zeigt sich 25 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl: Als Spätfolgen weisen Wildschweine und deren Lieblingsspeise, Pilze, in der Region noch erhöhte Strahlenwerte auf.

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Es sind die Böden, besonders rund um Straubenhardt, Engelsbrand, Neuenbürg oder Schömberg, die noch immer eine Strahlenbelastung haben. „Die Atomwolke zog sich 1986 direkt über den Bereich und durch Niederschlag hat sich vermutlich etliches an Strahlung in den Boden abgesetzt“, sagt Ulrich Dura, Leiter des Veterinäramts im Enzkreis. Seine Behörde kontrolliert in den Jagdbezirken Straubenhardt und Neuenbürg pflichtgemäß jedes geschossene Wildschwein auf Strahlung. Der vorgeschriebene Grenzwert beträgt 600 Becquerel pro Kilogramm. „Man könnte also jeden Tag Wildschwein mit diesem Wert essen und es ist unbedenklich. Aber wer macht das schon?“, sagt der Veterinäramtsleiter und gibt zu bedenken, dass bereits die natürliche Radioaktivität im zweistelligen Bereich liege.

Im Kreis Calw waren in der Jagdsaison 2009/2010 von 219 untersuchten Tieren 43 belastet – unterm Strich 20 Prozent. Im Enzkreis waren es sieben Prozent. Die Jäger erhalten pro belasteten Schwein eine Entschädigungszahlung vom Staat.

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