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Die Sparkassen fördert die Ausbildung von Clowns für die Pflege. Warum Humor hilft, diskutierten in Calw Beat Hänni („HumorCare“, Basel), Christel Ruckgaber („Clowns im Dienst“, Tübingen), die Pflegeexpertinnen Monika Volaric (Calw), Karin Watzal („Consilio“, Mühlacker), Barbara Wild (Fliedner Klinik Stuttgart) und Moderator Markus Brock (SWR). Foto: Frommer
Die Sparkassen fördert die Ausbildung von Clowns für die Pflege. Warum Humor hilft, diskutierten in Calw Beat Hänni („HumorCare“, Basel), Christel Ruckgaber („Clowns im Dienst“, Tübingen), die Pflegeexpertinnen Monika Volaric (Calw), Karin Watzal („Consilio“, Mühlacker), Barbara Wild (Fliedner Klinik Stuttgart) und Moderator Markus Brock (SWR). Foto: Frommer
26.03.2017

Sparkassen-Stiftung feiert zehnjähriges Bestehen – Einsatz von Clowns in der Pflege

Calw. Humor hat viele Facetten. Er kann Brücken bauen und vor dem Einfluss negativer Lebensereignisse schützen. Dennoch, so machte Barbara Wild, die Chefärztin der psychotherapeutischen Stuttgarter Fliedner Klinik im Atrium der Calwer Sparkasse deutlich: „Humor kommt nicht immer an.“ Witze über Behinderte, Religion und andere zählt die Neurologin und Psychotherapeutin zur „dunklen Seite des Lachens“. In der geriatrischen Pflege zum Beispiel sei auch für Sarkasmus oder entwertende Witze kein Platz. Sehr wohl gewünscht seien im Alltag älterer Menschen aber Komik und spontaner Witz, heiterer Blödsinn und verbindender Humor.

„Clowns und Humor in der Pflege“ war am Freitagabend Thema einer Podiumsdiskussion aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der regionalen Sparkassen-Stiftung „Mit Herz und Hand“. Der Schweizer Beat Hänni unterstrich dabei: „Humor ist eine Ressource, die auch im Alter trägt“ – und schilderte später, dass sich ein Dutzend der insgesamt 40 als Clowns ausgebildeten Mitglieder seines Vereins „Humor Care“ für die Betreuung von Demenzpatienten weiterqualifiziert habe.

Aus Tübingen zur Diskussionsrunde angereist war die Clown-Ausbilderin Christel Ruckgaber. Sie schilderte, dass simple Hilfsmittel wie die rote Knollennase für alte Menschen zum „heiteren Fenster zur eigenen Jugend und Kindheit“ werden können. Von maskenhaft geschminkten Clowns-Gesichtern oder von Auftritten im Arztkittel riet sie aber nachdrücklich ab. Mimik und Gestik eines Clowns, so Ruckgaber weiter, müssten wie auch die musikalische Kompetenz individuell entwickelt werden. Außerdem benötigen Clowns in der Altenpflege auch die notwendige „Distanz zum Erlebten“. Monika Volaric (Haus auf dem Wimberg, Calw) und Karin Watzal (Consilio, Mühlacker) komplettierten die von Markus Brock (SWR) moderierte Gesprächsrunde. Was die Bereicherung des Lebens im Pflegeheim durch Clowns anlangt, herrschte Einvernehmen. Die Initiative der Sparkasse, die Ausbildung von Clowns für die Pflege gegenwärtig und künftig „mit Herz und Hand“ zu fördern, fand sehr viel Beifall.

Als vom Podium aber die These vertreten wurde, Pfleger, die sich zum Clown ausbilden ließen, sollten „in der neuen Rolle“ besser nicht in der eigenen Einrichtung aktiv werden, meldete sich auch das Publikum zu Wort. „Pfleger sollten nicht außen vor sein“, wandten zwei Zuschauerinnen unabhängig voneinander ein, „denn gerade sie kennen die Patienten und ihre Bedürfnisse meist über Jahre“.