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28.04.2008

Spatenstich mit sonniger Aussicht - Solarpark für 1,85 Millionen Euro

STRAUBENHARDT-FELDRENNACH. Strahlende Gesichter bei der Solarinitiative Straubenhardt – obwohl Regenwolken aufzogen: Gestern war Spatenstich für den Solarpark Feldrennach, der größten Freiland-Solaranlage im Enzkreis.

Straubenhardt sei bekannt als innovative Gemeinde, deshalb stehe ihr auch ein Solarpark gut zu Gesicht, so Horst Reiser, Gemeinderat und Gründungsmitglied der Solarinitiative, bei der Begrüßung. Er betonte, dass sich die Gemeinde stets offen für das 1,85 Millionen Euro teure Projekt gezeigt habe. Er begrüßte besonders die mittlerweile 28 Gesellschafter der „SF Solarpark Feldrennach GmbH&Co.KG“ , ohne die diese Anlage gar nicht möglich wäre.

Gemeinde beteiligt sich

Sie hat einen Teil der Flächen für den Solarpark pachtweise zur Verfügung gestellt, die übrigens durch Schafe beweidet werden sollen. Zudem wird sich die Gemeinde finanziell beteiligen. Bürgermeister Willi Rutschmann verwies darauf, dass nicht nur Länder, sondern auch Gemeinden sich für den Klimaschutz stark machen müssten: „Das schulden wir Bürgern und Umwelt.“

Bevor zu den Spaten gegriffen wurde, blickte Angela Gewiese, mittlerweile Geschäftsführerin der „SF Solarpark Feldrennach GmbH&Co KG“ und der „Reges Regenerative Energien Straubenhardt“ ,auf die Stationen des Solarparks zurück: Ende März 2007 war für das Projekt Solarpark der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes eingereicht worden, im Juni folgte die Zustimmung zum geänderten Flächennutzungsplanzum Flächennutzungsplan, vor Weihnachten wurden die Gesellschaften gegründet, im Februar 2008 stimmte der Gemeinderat dem Bebauungsplan zu. Die Baugenehmigung für den Zaun und das Technikhäuschen mit Schafstall folgte im März.

Die Gesellschafter kämen aus dem gesamten Enzkreis, so Gewiese. Sie betonte, dass es der Solarinitiative wichtig sei, dass auch Straubenhardter am Projekt beteiligt seien und auch der Bau des Solarparks durch lokale Unternehmen erfolge. Passend zum Thema säten die Gäste Sonnenblumenkerne für eine erste Begrünung. Im Herbst soll der Solarpark ans Netz gehen.

Der Solarpark

2003 wurde die erste Bürgersolaranlage in Straubenhardt auf dem Dach der Straubenhardthalle in Betrieb genommen. Die dafür gegründete „Solarinitiative Straubenhardt“ gab den Anstoß für weitere Anlagen. Da größere Dachflächen mit Süd-Ausrichtung nicht mehr zur Verfügung stehen, wurde 2007 angeregt, auf der ehemaligen Deponie Feldrennach eine Freilandanlage zu errichten. Ziel war das Gelände optimal zu nutzen, um möglichst viel umweltfreudnlichen Solarstrom zu erzeugen.

Das Gelände für die erste größere Fotovoltaik-Freilandanlage im Kreis liegt nördlich von Feldrennach an der Kreisstraße K4547. Das gesamte Gelände umfasst eine Größe von rund 1,7 Hektar. Es wurden langfristige Pachtverträge zur Nutzung als Standort abgeschlossen. Die Solarinitiative hat unterschiedliche Anlagentechniken bewertet und hat sich aufgrund der Wirtschaftlichkeit für festmontierte Solarstrommodule auf Modultischen entschieden.

Es werden spezielle Dünnschichtmodule auf Cadmium-Tellurid-Basis aus deutscher Produktion verwendet. Sie weisen eine matt-dunkle Oberfläche aus. Deshalb geht die Solarinitiative von einer geringeren Blendwirkung aus. Die Modultische, auf denen die Fotovoltaikmodule installiert werden, sind rund zwölf Meter lang und zwischen ein und drei Metern hoch. Die Stahlträger dafür werden ohne Fundamente in den Boden gerammt.

Im Dezember 2007 war für den Solarpark die RegES Regenerative Energien Straubenhardt GmbH gegründet. Parallel wurde dieMittlerweile sind 28 Gesellschafter der SF Solarpark Feldrennach GmbH&Co.KG mit sechs Gesellschaftern gegründet. Mittlerweile sind 22 weitere Gesellschafter beigetreten. Bis Ende Mai werden Investoren noch bei der Bürger-Solaranlage SF Solarpark Feldrennach GmbH Co. KG aufgenommen. Die Mindestbeteiligung beträgt 2000 Euro.

Mit der Anlage können pro Jahr rund 405 Megawattstunden Solarstrom erzeugt werden. Das reicht für 100 Vier-Personenhaushalten in Straubenhardt