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Im Gespräch: Caritasdirektor Frank Johannes Lemke, Enzkreis-Sozialdezernentin Katja Kreeb, die Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU) und Katja Mast (SPD), Pforzheims Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn und Horst Dangelmayer (von links), der als betroffener Vater für weniger Bürokratie kämpft.  Foto: Moritz 

Spitzengespräch zum Bundesteilhabegesetz bei der Caritas: Gemeinsam gegen das Bürokratiemonster

Enzkreis/Pforzheim. Eigentlich dafür gedacht, Menschen mit Behinderung mehr Freiheit und Teilhabe zu verschaffen, hat sich das Bundesteilhabegesetz (BTHG) zum Bürokratiemonster entwickelt. Wie berichtet, läuft seit der dritten Reformstufe auch im Enzkreis und der Stadt Pforzheim nicht alles rund. Vor allem für Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung in besonderen Wohnformen bringt es vor allem Unsicherheit, Überforderung und finanzielle Nachteile.

EMehr als 750 Protestschreiben lagen vor, als Caritasdirektor Frank Johannes Lemke beschloss, zu einem Spitzengespräch zu laden und sich mit Betroffenenvertretern wie Horst Dangelmayer und Bruno Kohl, Vorsitzender des Vereins Föbi (Förderung Behinderter Pforzheim) an die Bundes- und Landtagsabgeordneten, die Landtagskandidaten sowie Oberbürgermeister Peter Boch und Landrat Bastian Rosenau zu wenden.

Dieser Einladung sind am Freitag die Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU) und Katja Mast (SPD), die Sozialdezernenten von Stadt und Kreis, Frank Fillbrunn und Katja Kreeb gefolgt. Im Anschluss an die 90-minütige Diskussionsrunde, auch mit Caritas-Vertretern aus der Praxis, präsentierten sie ihre – allerdings wenig konkreten – Ergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz.

In weiten Teilen herrschte Einigkeit am Tisch. Etwa darin, dass das BTHG eigentlich auf guten Grundgedanken beruht. Dass das Bundesgesetz und dessen Ausgestaltung auf Landes- und kommunaler Ebene dazu führt, dass es besonders für Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung in besonderen Wohnformen zu Problemen kommt, war so nicht vorgesehen.

Dass Handlungsbedarf besteht – vor allem, um die Abläufe zu vereinfachen – auch darin herrschte Einigkeit. Mit Stadt und Enzkreis sei es bereits gelungen, einzelne Beschwernisse aus dem Weg zu räumen, so Lemke. Man bemühe sich, auf kommunaler Ebene soweit es die Befugnisse zulassen, für Vereinfachung zu sorgen. Mehrfach betonten die Anwesenden aber, dass vor allem eine entscheidende Partei am Tisch fehle: das Land.

Mehr über das Gespräch lesen Sie am Samstag, 26. September, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.