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Ihm entgeht nichts: Ein Sprengstoffspürhund der Polizei im Einsatz. Über zwei speziell geschulte Vierbeiner verfügt die Polizeidirektion Pforzheim. Im Ernstfall werden die Entschärfer des Landeskriminalamts aus der Landeshauptstadt hinzugezogen.
Ihm entgeht nichts: Ein Sprengstoffspürhund der Polizei im Einsatz. Über zwei speziell geschulte Vierbeiner verfügt die Polizeidirektion Pforzheim. Im Ernstfall werden die Entschärfer des Landeskriminalamts aus der Landeshauptstadt hinzugezogen.
04.11.2010

Spürhunde ausgebildet fürs Erschnüffeln von Paketbomben

PFORZHEIM/ENZKREIS. Paketbomben haben im wahrsten Sinne des Wortes für viel Zündstoff gesorgt und eine umfangreiche Diskussion über mögliche Antiterrormaßnahmen im Post- und Frachtverkehr ausgelöst. Was würde passieren, wenn eine Paketbombe bei einer betrieblichen Poststelle im Enzkreis oder ein verdächtiger Karton auf dem Pforzheimer Hauptbahnhof auftauchen würde?

Im Zweifelsfall den Gegenstand niemals berühren, sondern umgehend die Polizei verständigen. Die Polizeidirektion Pforzheim verfügt über zwei speziell ausgebildete Sprengstoffspürhunde: einen im Tages- und einen im Schichtdienst. Hinzu kommt ein erfahrener Hundeführer, der als Erster die Lage einschätzt, bevor der Hund zum Zug kommt. Handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich um einen Sprengstoff-Fund, werden die Entschärfer des Landeskriminalamts Stuttgart verständigt. Es sei denn, das verdächtige Objekt befindet sich auf dem Gelände der Deutschen Bahn: Dann sind die Entschärfer der Bundespolizei gefragt.

Zwölf Wochen dauert für Hund und Hundeführer die Grundausbildung. Tägliche Übungen, eine monatliche Schulung und einmal im Jahr ein einwöchiges Fortbildungsseminar sorgen dafür, dass das Knowhow top bleibt. Nur Hunde mit besonders ausgeprägten Trieb-Eigenschaften und einem hervorragenden Orientierungsvermögen taugen als Sprengstoffspürhunde. Findet der Hund tatsächlich Sprengstoff, dann kratzt und bellt der Vierbeiner aus Sicherheitsgründen nicht, sondern verharrt. Die Hunde können auch Waffen, Waffenteile und Patronenhülsen erschnüffeln, beispielsweise um nach einem Schusswechsel an einem unübersichtlichen Tatort alle Hülsen aufzuspüren, um den Tathergang vollständig rekonstruieren zu können.

Wichtig ist den Spezialisten, dass man bei einem ungewöhnlichen Fund die Finger weg lässt. Der Pressesprecher der Polizeidirektion Pforzheim, Frank Otruba, weiß von einem ernsten Vorfall. Es sei tatsächlich schon vorgekommen, dass jemand mit einer im Garten gefundenen, noch funktionsfähigen Blendgranate bei der Polizei vorbeigekommen sei. Kaum auszumalen, was alles hätte passieren können. Und dann kann auch kein Sprengstoffspürhund mehr helfen.