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Gelungene Kooperation: Star-Tenor Jay Alexander (links) ist am Sonntagabend zusammen mit dem Kinderchor und dem Projektchor 150 des Ersinger Gesangvereins „Freundschaft“ unter Richard Reilings Leitung in der Kulturhalle aufgetreten.  Foto: Roller 

Star-Tenor Jay Alexander tritt mit Chören des Gesangvereins „Freundschaft“ Ersingen auf

Kämpfelbach-Ersingen. Eigentlich sind die zwei Stunden viel zu kurz gewesen. Viel länger hätte man es mit Jay Alexander, mit dem Kinderchor und dem Projektchor 150 des Ersinger Gesangvereins „Freundschaft“ aushalten können, viel mehr hätte man noch von den talentierten Sängern und von dem Star-Tenor hören wollen. Was sie am Sonntagabend in der Remchinger Kulturhalle gemeinsam präsentiert haben, wird zweifelsohne in Erinnerung bleiben.

Eine große Bandbreite wurde geboten, von Operette und Chanson über Hymne und Spiritual bis zu Pop- und Rockmusik. Es ist ein Abend der Extraklasse gewesen, um ein besonderes Jubiläum zu feiern: das 150-jährige Bestehen des Ersinger Gesangvereins. Von Peter Grabinger am Klavier begleitet, zeigt Jay Alexander auf der mit unzähligen Blumengestecken festlich dekorierten Bühne eine beeindruckende Präsenz. Bestens aufgelegt, immer mit einem Lächeln im Gesicht und einem charmanten Scherz auf den Lippen, führt er durch das gleichermaßen kurzweilige und abwechslungsreiche Programm, erklärt Wissenswertes zu den Stücken, stellt die Mitwirkenden vor und animiert dazu, im Chor zu singen.

Stücke voller Tiefgang

Der Tenor intoniert präzise und klar, seine Stimme ist voller Volumen und Kraft. Mit „Be My Love“ geht es nach Louisiana, mit „Tausend Fenster“ zum Grand Prix von 1968 und mit „Heut‘ ist der schönste Tag“ in eine Zeit, in der Kinos noch Lichtspielhäuser hießen. Jay Alexander präsentiert berührende Stücke voller Tiefgang. Etwa „Bridge Over Troubled Water“, ein von ihm mit viel Schmelz in der Stimme vorgetragener Song des US-amerikanischen Duos Simon and Garfunkel, der dazu ermahnt, sich die Hand zu reichen. „Musik kann helfen, über schwere Momente hinwegzukommen“, sagt Jay Alexander, der das Publikum von Anfang an auf seiner Seite hat. Gerne lassen sich die Zuhörer zum Mitklatschen animieren, mit Freude singen sie bei Leonard Cohens „Hallelujah“ mit. „Es ist schön, dass wir diesen Abend miteinander erleben können“, sagt Jay Alexander zum Publikum und erklärt, er sei „wirklich glücklich“ über die Zusammenarbeit mit Richard Reiling. Der Chorleiter ist zugleich Vorsitzender des Ersinger Gesangvereins und hatte die Idee, zum Jubiläum einen Projektchor ins Leben zu rufen.

Rund 30 Sänger haben sich daraufhin gemeldet und seit September in den Vereinsräumlichkeiten im Ersinger Bürgerhaus viel anspruchsvolle Chorliteratur einstudiert. „Ich freue mich riesig, dass uns dieser Abend in dieser schwierigen Zeit gelungen ist“, sagt Reiling, obwohl er es eigentlich gar nicht müsste, denn sein strahlendes Gesicht spricht Bände. Zusammen bilden die von ihm bestens auf das Konzert vorbereiteten Sänger einen großen Klangkörper, in dem die einzelnen Stimmen perfekt harmonieren. Begleitet von Liliana Turicianu, geben sie geistliche Titel wie „Glaube, Hoffnung, Liebe“ ebenso stilsicher zum Besten wie zusammen mit Jay Alexander das Klassik-Pop-Crossover „Amigos para siempre“, den Walzer und das Gondellied von Johann Strauss. Zusammen mit dem Kinderchor stimmt die ganze Kulturhalle

„Über sieben Brücken“ an: ein Lied der DDR-Band „Karat“, das durch Peter Maffay auch im Westen bekannt wurde. Unter der Leitung von Stefanie Eckstein präsentiert der Nachwuchs des Gesangvereins ein Potpourri seiner Lieblingslieder und moderne Popmusik von Wincent Weiss. Die Kinder klatschen in die Hände, werfen sie mit Schwung in die Luft, winken, hüpfen auf und ab. Man sieht ihnen an, dass sie Spaß haben. Mit Jay Alexander und dem Projektchor stehen sie nach gut zwei Stunden wieder auf der Bühne.