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Roswitha Theilmann und Volker Traub vom Staatlichen Schulamt Pforzheim mit Unterrichtsmaterial speziell für Migrantenkinder. Foto: Ketterl
Roswitha Theilmann und Volker Traub vom Staatlichen Schulamt Pforzheim mit Unterrichtsmaterial speziell für Migrantenkinder. Foto: Ketterl
27.10.2015

Starthilfe für Lehrer und Flüchtlinge

Plätze, Plätze und nochmals Plätze für Flüchtlinge zu finden, ist zurzeit eine große Herausforderung für die Region. Sind die Asylsuchenden in einer Notunterkunft angekommen, warten schon die nächsten Aufgaben für die Behörden. Vor allem die Flüchtlingskinder müssen betreut werden.

Mit großem Engagement kümmern sich Kindergärten und Schulen um sie. Wie Lehrkräfte in Vorbereitungsklassen rund 1400 ausländischen Schülern in der Region Deutsch beibringen, haben Rektoren im Schulamt Pforzheim erläutert. Die Fachberaterin Roswitha Theilmann hat für die Pädagogen eine ganz spezielle Sprachförderkiste mit viel Material zusammengestellt.

Das Starterpaket des Schulamts soll eine starke Hilfe für den Unterricht sein, sagt Schulamtschef Volker Traub. Die Lehrer müssen sich auf schwierige Situationen einstellen. „Da sind Kinder, die nicht Deutsch sprechen, manchmal noch gar nicht schulreif sind und eigentlich Erstklässler sind“, erzählt Stefanie Willgeroth von der Pforzheimer Südstadtschule. Doch der frühe Vogel fängt den Wurm: Und so hat die Diplom-Pädagogin im Schulamt, Roswitha Theilmann, für Lehrkräfte eine Kiste mit besonders anschaulichen Hilfsmitteln gefüllt.

Da sind Bildkarten und große Poster drin, damit der erste Wortschatz so schnell wie möglich sitzt. Es gibt Spiele und Hefte für den Unterricht. Lehrer finden in der Sprachförderkiste Anleitungen, Beispiele und Hefte. Das Paket werde über die Kreismedienstellen verteilt und sei schon sehr gefragt, sagt Traub. Die Kiste sei Gold wert, nicht nur für die Spezialklassen, sondern gerade auch für die Betreuung von Flüchtlingskindern in den Regelklassen, so Roland Weißer als Rektor der Insel-Realschule in Pforzheim.

Viele Klassen für junge Flüchtlinge wurden bisher an Grund- und Werkrealschulen eingerichtet. In Pforzheim sind jetzt auch das Reuchlin-Gymnasium und die Insel-Realschule dabei. Das Reuchlin nimmt zehn- bis 14-Jährige in den Klassen 7 bis 9 unter die Fittiche. Da seien Schüler dabei, die mehrere Sprachen beherrschen, nur eben die deutsche nicht, sagt Rektor Kai Adam. Die Förderung der Kinder passe da gut zu den zweisprachigen Unterrichtsformen am Reuchlin-Gymnasium. Kai Adam hat „ein gutes Miteinander im Schulleben“ festgestellt. „Und die Lehrer engagieren sich da weit über das Maß hinaus.“

„Diese Vielfalt befruchtet den Unterricht“, sagt auch Insel-Schulleiter Weißer. Kein Lehrer könne irakisch, aber englisch, da werden die Kinder aus dem Irak zum Ansprechpartner der Pädagogen.

Lernfortschritte haben an der Schanz-Schule Pforzheim auch Rektorin Elisabeth Eser und ihre Stellvertreterin Petra Falk erlebt. Die guten Schüler machen im Gymnasium oder in der Realschule weiter. Was ist mit den anderen? Das sei nicht immer einfach, da wäre auch Schulsozialarbeit nötig, sagen Eser und Falk. Das Ziel: „Wir wollen den Kindern gute Perspektiven eröffnen“, sagt Volker Traub.