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Rasant ging es zu beim Schaltkarchrennen „oimol oms kloi Dörfle“. Rund 250 Meter mussten in möglichst kurzer Zeit zurückgelegt werden.  Roller
Rasant ging es zu beim Schaltkarchrennen „oimol oms kloi Dörfle“. Rund 250 Meter mussten in möglichst kurzer Zeit zurückgelegt werden. Roller
06.09.2015

Steiner Dorffest lockt die Massen

Wenn die Steiner Ortsmitte rund um den Marktplatz vor lauter Besuchern aus allen Nähten zu platzen droht, dann ist Dorffest in dem beschaulichen Fachwerkdorf. „Ich hatte in den letzten Tagen das Gefühl, die Leute können es kaum noch erwarten“, meinte Bürgermeister Heiko Genthner bei der Eröffnung und dankte besonders den zahlreichen Helfern und Vereinen, ohne deren ehrenamtliches Engagement die mittlerweile 19. Ausgabe der Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Nachdem der Musikverein ein paar schmissige Stücke, unter denen zur Freude der Besucher auch das Badnerlied war, zum Besten gegeben hatte, machten sich die Teilnehmer des fast schon traditionellen Schaltkarchrennens bereit. Während die einrädrigen Handwägen den einfachen Leuten einst als Transportmittel dienten, galt es beim Dorffest, eine Strecke von rund 250 Metern durch den historischen Ortskern zurückzulegen. Mit einem Affenzahn bogen die Teilnehmer um die engen Kurven, sprinteten in den schmalen Gassen und gaben auf der Zielgeraden noch einmal alles. „Es ist nicht einfach, die Karren zu beherrschen“, meinte Schiedsrichter Erich Rieger, denn man könne die Arme kaum bewegen. Als alle unfallfrei und unter großem Jubel das Ziel erreicht hatten, stand der Gewinner fest: Marcel Rapp mit rund 37 Sekunden.

Frische Äpfel und echte „Stoinemer Salzweck“ verteilte anschließend der Obst- und Gartenbauverein bei seinem kleinen Umzug, an dem seit drei Jahren auch Sabrina Vogel mit ihrer Familie teilnimmt. „Stein hat durch die historischen Fachwerkhäuser einen besonderen Charakter“, sagte sie. Bei einem reichhaltigen kulinarischen Angebot, fetziger Livemusik und zahlreichen Mitmachaktionen blieben bei den Besuchern keine Wünsche offen. Mancher von ihnen hatte eine weite Anreise hinter sich. So wie Werner Fuchs, der schon seit 1959 in Liechtenstein wohnt. „Ich bin aber gebürtiger Steiner“, erzählte er. Auf dem Dorffest könne er Leute treffen, die er teilweise schon jahrelang nicht mehr gesehen hat. Ähnlich ging es der gebürtigen Steinerin Nicole Steding, die extra aus Wiesbaden gekommen war.

Im Zelt des Steiner Musikvereins sorgten neben befreundeten Kapellen auch erstmals eine kleine Band für gute Unterhaltung. „Nicht aus der Büchse, sondern live“, beschrieb Vorsitzender Markus Gantikow das Motto seines Vereins.

Spezialitäten aus Bangladesch erwarteten die Gäste beim Bangla German Verein. „So was bekommt man nicht jeden Tag auf den Teller“, sagte Vorsitzender Zulfiqur Syed. Damit es auch den Kindern nicht langweilig wurde, hatte der CVJM ein buntes Kinderprogramm mit Büchsenwerfen, Basteln, Geschicklichkeitsspielen und Kinderschminken im Angebot. „Wir wollen heute den CVJM und unsere Jugendarbeit bekannter machen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Adrian Goll, der mit zwölf Helfern vor Ort war.