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Ob die herbstliche Vergänglichkeit vor ihrem Domizil in Ellmendingen oder die des Menschen – für Cornelia Haas, Heidi Kunz und Li Trötschel vom Ambulanten Hospizdienst Westlicher Enzkreis (von links) gehört beides fest zum Leben. Foto: Gegenheimer
Ob die herbstliche Vergänglichkeit vor ihrem Domizil in Ellmendingen oder die des Menschen – für Cornelia Haas, Heidi Kunz und Li Trötschel vom Ambulanten Hospizdienst Westlicher Enzkreis (von links) gehört beides fest zum Leben. Foto: Gegenheimer
13.11.2015

Sterbegleitung kein Tabu mehr

Ihr Umgang ist von Achtsamkeit miteinander geprägt. Sie sind heiter, lachen viel zusammen. Dabei ist ihre Aufgabe ernst: Cornelia Haas und Heidi Kunz sind Koordinatorinnen des Ambulanten Hospizdienstes Westlicher Enzkreis, Li Trötschel ist ehrenamtliche Hospizbegleiterin.

Sie begleiten schwer erkrankte Menschen und deren Familie in ihrer letzten Lebenszeit in ihrem privaten Umfeld. „Sich Zeit nehmen für Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen, denen es oft leichter fällt, Ängste und Sorgen Dritten anzuvertrauen. Sie ein Stück weit an die Hand nehmen, Unterstützung aufzeigen“, beschreibt Haas die vielfältige Aufgabe. Vor einem Jahr konnte sie mit Kollegin Kunz Büro- und Teamraum samt Veranstaltungssaal in der Ettlinger Straße in Ellmendingen beziehen – dank der großzügigen Spende von Menschen, die dem Verein eine zentral gelegene Heimat „zum Wurzeln“ wünschten.

Eine Frau der ersten Stunde, die die Keimzelle des Vereins in Straubenhardt-Langenalb mit prägte, ist Li Trötschel: „Das Thema war damals, Mitte der 1980er-Jahre, noch vielfach tabuisiert. Sterbebegleitung, Abschiednehmen zu Hause – das war selten. Wir haben Pionierarbeit mit ersten Ausbildungen geleistet.“ Kunz als Krankenschwester mit Palliativ-Zusatzausbildung hat dies selbst erlebt: „Heute ist das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Je früher eine Kontaktaufnahme mit uns, desto besser.“ Gemeinsam mit Kollegin Haas führt sie Erstgespräche, wägt ab, wer von den 30 Mitarbeitern jeweils am besten geeignet ist. Da spielen Umfeld, Glaube oder Alter eine Rolle. Und: „Wir achten stets sorgsam auf unsere Mitarbeiter. Persönliches Engagement ist selbstverständlich, zumal ehrenamtlich, denn der Verein finanziert sich nach wie vor überwiegend durch Spenden. Die Motivation ist erstaunlich: „Ob eine Begleitung drei Jahre oder wenige Tage geht, der Umgang mit dem Sterben macht mir bewusst, wofür ich dankbar sein kann im Leben“, sagt Trötschel.