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So schön waren die Lyriden im verganen Jahr zu sehen.
So schön waren die Lyriden im verganen Jahr zu sehen. © dpa
19.04.2019

Sternschnuppenschauer am Nachthimmel: So beobachten Sie die Lyriden in der Region

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw. Astronomische Phänomene gibt es viele, selten sind sie jedoch mit bloßem Auge am nächtlichen Firmament zu erkennen. Derzeit findet eine Ausnahme dieser Regel statt, die ihren Höhepunkt in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag finden wird – der Lyriden Sternschnuppenregen. Das Spektakel können Sie auch in der Region beobachten.

Bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde durchziehen in der Nacht vom 22. auf den 23. April den nächtlichen Himmel. Daher gilt diese besondere Nacht als Höhepunkt des diesjährigen Lyriden-Meteorschauers, doch auch in den Nächten zuvor lohnt sich des Nachts der Blick gen Himmel. Da blitzen bis zu 10 Sternschnuppen auf. Die gute Nachricht: Stille Wünsche in den Nachthimmel zu schicken, nachdem man einen der Schweifsterne erspäht hat, geht auch ohne Teleskop. Die schlechte Nachricht: Die ekliptikale, geozentrische Länge des Erdtrabanten wird um 180 Grad größer sein, als die der Sonne – oder ein wenig verständlicher ausgedrückt: Der Vollmond kommt Sternguckern in die Quere, beziehungsweise dessen Licht.

Um bei der Beobachtung dem Mondlicht ein wenig zu entgehen, gibt es jedoch einen Trick, wie Martin Tischhäuser vom Astronomischen Arbeitskreis Pforzheim weiß: „Bei der Beobachtung ist es immer ratsam, vom Radiant aus in Gegenrichtung zum Mond zu schauen, was in diesem Fall so etwa die Nordrichtung wäre.“ Besagter Radiant, oder Ausstrahlungspunkt sei dabei der Punkt vom dem aus die Meteore zu kommen scheinen. Dieser befände sich aber erst ab Mitternacht hoch genug am Himmel, so dass erst dann mit einer nennenswerten Anzahl von Sternschnuppen zu rechnen sei, so Tischhäuser.

Der Ausstrahlungspunkt liegt übrigens im Sternbild Leier, also Lyra auf lateinisch. Daher stammt auch der Name des Phänomens, dessen Beobachtung erstmals im Jahr 687 v. Chr. in einem chinesischen Geschichtswerk aufgezeichnet wurde. Geradezu poetisch umschrieben die Beobachter, dass „Sterne wie Regen vom Himmel fielen“.

Das sollten Hobby-Astronomen beachten

Eine grundlegende Empfehlung für Hobby-Astronomen ist, sich außerhalb städtischer Ballungsräume zu treffen. Dies mindert die „Lichtverschmutzung“, durch künstliche Lichtquellen. Derartige Bedignungen bieten sich an vielen Stellen in der Region. So etwa an der Sternwarte Bieselsberg, wie sich bei der Besucherzahl beim sogenannten "Blutmond", im vergangenen Jahr zeigte.