nach oben
Raúl Roberto Steimbach (Neuenbürg), Rupprecht und Bärbl Maushart (beide Straubenhardt) und Roland Papesch (linke Tischseite von vorne) im Gespräch mit interessierten Besuchern. Foto: Hegel
Raúl Roberto Steimbach (Neuenbürg), Rupprecht und Bärbl Maushart (beide Straubenhardt) und Roland Papesch (linke Tischseite von vorne) im Gespräch mit interessierten Besuchern. Foto: Hegel
11.05.2019

„Störfaktor ist die Bürokratie“

Neuenbürg. Dass die Gaststätte „Wilhelmshöhe“ am Dienstag zum FDP-Inofabend überrannt wurde, kann man nicht gerade behaupten. Der Diskussionsfreude bei den Liberalen tat das aber keinen Abbruch: Inklusive der Kandidaten für den Kreistag fanden sich zehn Interessierte ein, um sich im Vorfeld der Kommunal- und Europawahlen über die großen Fragen des Kontinents, aber auch die Probleme im Enzkreis auszutauschen.

Verjüngt wurde die Runde durch den Pforzheimer EU-Kandidaten Roland Papesch, der die Vision eines grenzenlosen Europas verkörpert: Sein Jura- und Politikstudium absolvierte der 27-Jährige in Göttingen und Paris – ein Element seines Wahlkampfes ist die länderübergreifende Vernetzung europäischer Hochschulen. Um mit der internationalen Konkurrenz fertig zu werden, brauche es Zusammenarbeit „in den Bereichen, in denen es Sinn macht.“

Denn dass die großen Erfindungen der Welt wie früher aus Europa kommen, sei schon lange nicht mehr der Fall. Die Angst, in 50 Jahren keine Rolle mehr auf der Weltbühne zu spielen, sei real. Die Sorge des „Abgehängt-Seins“ beschäftigt auch die Kandidaten vor Ort. Große Städte ziehen vor, der ländliche Raum hinkt hinterher. Raúl Roberto Steimbach schimpft über marode Straßen und die schlechte Internetverbindung: „Daten sind zum Teil schneller über die Post verschickt, als hochgeladen.“ Viel zu lange, so das einhellige Bild, habe man sich auf dem Wohlstand ausgeruht.

Anerkennung fürs Ehrenamt

Die Devise an diesem Abend: Die FDP sei die Partei der Macher, nicht der Schwätzer. Gerade auf dem Land äußere sich das in ehrenamtlicher Arbeit, für die sich die Straubenhardter Kandidaten Bärbl und Rupprecht Maushart sowie Marianne Sabieraj stark machen. Angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen vieler Vereine müsse man „mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt Bärbl Maushart.

Ein verpflichtendes ehrenamtliches Jahr lehnen alle ab. Stattdessen müsse die gesellschaftliche Anerkennung eines Ehrenamts gefördert und zu strenge Auflagen der Gemeinden, zum Beispiel bei Vereinsfesten, abgebaut werden. „Ein großer Störfaktor ist die Bürokratie“, stimmt der Neuenbürger Kandidat Rudolf Klarmann zu.