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Stellen sich den Fragen der Bürger (von rechts): Straubenhardts Schultes Helge Viehweg mit Hans Freischlad und Moderator Mathias Zurawski.  Falk
Stellen sich den Fragen der Bürger (von rechts): Straubenhardts Schultes Helge Viehweg mit Hans Freischlad und Moderator Mathias Zurawski. Falk
22.01.2016

Straubenhardt: Bürger am Energiewandel beteiligen

Die Windkraftpläne in Straubenhardt sorgen seit einiger Zeit für Wirbel. Trotz des anhaltenden Gegenwinds fanden sich am Donnerstag rund 50 Bürger zusammen, um sich über die Möglichkeit einer Energiegenossenschaft zu informieren. Auf Augenhöhe wolle man diskutieren, „was wäre wenn“, so Mathias Zurawski vom SWR, der Moderator des Abends.

Hans Freischlad, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Haiger in Hessen, stellte das Modell der Bürgerbeteiligung vor. Ziel einer solchen Genossenschaft ist der Ausbau erneuerbarer Energien mit der Einbindung der Bürger. Für die Straubenhardter würde das zunächst eine begleitende Rolle während der Errichtung der Windräder bedeuten. Erst, wenn diese einige Zeit gelaufen seien und man Investitionsrisiken ausschließen könne, hätten die Bürger die Möglichkeit, Genossenschaftsanteile zu erwerben.

Helge Viehweg nahm einer Frage gleich zu Beginn der Diskussion den Wind aus den Segeln: „Wir wollen es richtig und gründlich machen“, so Straubenhardts Rathauschef zum immer wiederkehrenden Streitpunkt, warum die Prüfung der vor über einem Jahr eingereichten Einwände gegen die Windkraftpläne so lange dauere.

Christel Olivier von der Bürgerinitiative „Gegenwind“ wollte wissen, welche Rolle die Windausbeute für die Pläne der Genossenschaft spiele. „Wir wissen nicht, ob der Wind die Gutachten gelesen hat“, antwortete Freischlad. Er hält die Windkraftpläne in der Gemeinde für vielversprechend.

Gemeinderätin Angela Gewiese, Freie Wähler, wollte wissen, ob sich die Energiegenossenschaft nur an den drei geplanten Anlagen im Gemeindewald oder an allen acht Windrädern beteiligen würde. „Letzteres“, antwortete Freischlad. Mit der Beteiligung am gesamten Windpark wolle man eventuelle Ertragsunterschiede der einzelnen Räder ausgleichen.

Der Moderator sprach von einer „schweigenden Mehrheit“ in der Gemeinde. „Das ist meine dritte Veranstaltung zu dem Thema hier in Straubenhardt und ich höre jedes Mal nur die Gleichen sprechen“, so Zurawski mit Blick auf die Windkraftgegner. Hans Freischlad glaubt bei aller Kritik: Beim nächsten Termin solle es nicht um das „ob“, sondern um das „wie“ gehen.