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17.11.2016

Straubenhardt: Wenig Geld für viele Projekte

Beim ersten Blick auf den Haushaltentwurf der Gemeinde Straubenhardt für das kommende Jahr sei Bürgermeister Helge Viehweg zunächst eines gewesen: ratlos. „Uns steht ein schwieriges Jahr bevor“, sagte Viehweg bei der Vorstellung der Pläne am Mittwoch. Insgesamt soll der Haushalt rund 37,7 Millionen Euro umfassen, davon entfallen rund 24,5 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und rund 13,2 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt.

Die Gemeinde hat viele große Projekte in Planung. „Damit erklärt sich die geplante Rücklagenentnahme von sechs Millionen Euro“, so der Bürgermeister. Das schmerze, sei aber in Anbetracht der Pläne nötig. Die Rücklagen der Gemeinde würden dann zum Ende des Jahres 2017 auf etwas unter zehn Millionen Euro fallen, sagte Kämmerer Jörg Bischoff, Kredite müsse man keine aufnehmen. Auch von Steuererhöhungen wolle man, wenn möglich, absehen, sagte Viehweg. „Das sehr gute Jahr 2015 macht sich eben jetzt mit der erhöhten Kreisumlage und den niedrigeren Finanzzuweisungen des Landes bemerkbar“, so Viehweg.

Man müsse mit dem Geld sorgsam haushalten und dürfe Projekte nicht blauäugig angehen, so der Rathauschef weiter. Der größte Posten im kommenden Jahr wird das Mehrgenerationenwohnen in Conweiler sein, mit 5,2 Millionen Euro. Teuer wird auch die geplante Zentralisierung der Feuerwehr mit 400 000 Euro und die Neugestaltung der Friedhöfe mit 300 000 Euro. „Bei den Friedhöfen ist klar, dass wir nicht alles auf einmal machen können“, so Viehweg. Für die dringend benötigte Sanierung der maroden Ortsdurchfahrt Conweiler sind 320 000 Euro verbucht, für den lang ersehnten Kreisverkehr in Schwann an der Abzweigung nach Feldrennach noch einmal 100 000 Euro. In die Schulen wolle man weiter wie bisher investieren. „Kinder sind unsere Zukunft und deswegen stehen für sie 170 000 Euro im Haushalt“, so der Bürgermeister. Neuerungen wird es auch in der Verwaltung der Gemeinde geben. Eingeplant sind hierfür 300 000 Euro. „Wir brauchen mehr Platz und müssen uns langfristig überlegen, ob wir drei Verwaltungsstandorte aufrechterhalten wollen“, sagte Viehweg. Beim Thema Barrierefreiheit in den Rathäusern will die Gemeinde im kommenden Jahr ebenfalls investieren.

„2016 war ein bewegtes Jahr“, resümierte Viehweg. Viel Unvorhergesehenes sei passiert, trotzdem habe die Gemeinde alles angepackt, was sie sich vorgenommen hatte. „Wir haben uns für den Teilflächennutzungsplan Windkraft entschieden, uns um unsere Innenentwicklung gekümmert und das Naturschutzgebiet Pfinzquellen auf den Weg gebracht.“ Auch im kommenden Jahr will die Gemeinde aktiv bleiben, stellte Viehweg klar: „Wir leisten uns freiwillig sehr viel.“