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Freund und Helfer: Polizeihauptkommissar Norbert Böer (links) vom Straubenhardter Polizeiposten und Martin Scheel, Leiter des Polizeireviers

Neuenbürg sorgen in Straubenhardt für Recht und Ordnung.  Foto: Schierling
polizei © Schierling
19.09.2011

Straubenhardt ist ein sicheres Pflaster

STRAUBENHARDT. „Insel der Glückseligkeit“ – diese Bezeichnung hört Polizeihauptkommissar Norbert Böer vom Straubenhardter Polizeiposten nicht so gern. Zwar ist Straubenhardt nicht Frankfurt, aber: „Straftaten gibt es auch bei uns. Und jede ist eine zu viel.“ Wenn auch keine Insel der Glückseligkeit, so ist Straubenhardt doch ein sicheres Pflaster.

Sogar ein sehr sicheres. Gibt es im Enzkreis generell schon wenig Straftaten im Vergleich zu anderen Landkreisen, so gehört Straubenhardt selbst dort zu den ruhigsten Gemeinden.

Das Geschäft geht den drei Beamten, die Dienst beim Polizeiposten Straubenhardt tun, dennoch nicht aus. „208 Straftaten hat es im Jahr 2010 gegeben“, zitiert Böer die Statistik. Das seien 78 weniger als 2009. „Damals hat es unter anderem eine Diebstahlserie in der Straubenhardthalle gegeben“, erklärt der Hauptkommissar die zuvor deutlich höhere Zahl. Generell sei das vergangene Jahr aber das mit dem niedrigsten Kriminalitätsstand seit 2004 gewesen. Bis dahin reichen Böers Zahlen zurück.

„Schwerere Verbrechen sind bei uns eher selten“, sagt Böer. Fälle von Gewaltkriminalität, dazu zählt alles zwischen Mord und gefährlicher Körperverletzung, gebe es in Straubenhardt wenig. Vorfälle wie im März, als in Schwann ein Mitglied der Gruppierung „Black Jackets“ niedergestochen wurde, seien die Ausnahme. 2010 habe es lediglich drei Fälle von Gewaltkriminalität gegeben.

Zu den häufigeren Straftaten in Straubenhardt gehören dagegen laut Böer Diebstähle, Betrug und Sachbeschädigungen. Vor allem der Vandalismus an den öffentlichen Gebäuden, besonders den Schulen, ist in der Gemeinde zunehmend zu einem Problem geworden. „Dort treffen sich Jugendliche häufig in den Abendstunden“, wissen Böer und seine Kollegen im Straubenhardter Polizeiposten, zu deren Einsatzgebiet neben Conweiler, Feldrennach, Pfinzweiler, Langenalb, Ottenhausen und Schwann auch Dennach gehört.

Die Gemeindeverwaltung hat daher seit April zusätzlich eine private Sicherheitsfirma eingeschaltet. Diese sogenannte „City-Streife“ dreht seit Anfang April zumeist zwischen 18 und 2 Uhr ihre Runden, damit man Probleme mit Vandalismus, Müll und Lärmbelästigung in den Griff bekommt.

„Das ist eine sinnvolle Ergänzung“, sagt der Pforzheimer Polizeisprecher Frank Otruba. „Mit lediglich ein bis zwei Streifen kommt man an manchen Orten nicht so oft vorbei wie ein örtlicher Sicherheitsdienst“, weiß auch Böer. Noch dazu, weil der Polizeiposten Straubenhardt in der Regel nur von 7.30 bis 16.15 Uhr besetzt ist. Klar ist aber auch: Die Sicherheitsmänner sind keine Polizisten und haben somit auch nicht deren Handlungsmöglichkeiten. „Sind hoheitliche Maßnahmen zu treffen, verständigen sie deshalb den Polizeiposten Straubenhardt oder das Polizeirevier Neuenbürg“, erklärt Martin Scheel, Leiter des Polizeireviers Neuenbürg.