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Gruß aus der Kutsche beim Umzug zu 300 Jahre Pfinzweiler: Willi Rutschmann (links) war im September 2013 mit seinem Nachfolger Helge Viehweg beim Fest. Ihnen gegenüber: Pfarrer Matthias Gerlach und Joachim Scheffler. Foto: Ganzhorn, Archiv
Gruß aus der Kutsche beim Umzug zu 300 Jahre Pfinzweiler: Willi Rutschmann (links) war im September 2013 mit seinem Nachfolger Helge Viehweg beim Fest. Ihnen gegenüber: Pfarrer Matthias Gerlach und Joachim Scheffler. Foto: Ganzhorn, Archiv
17.07.2017

Straubenhardt noch immer im Herzen: Altbürgermeister Willi Rutschmann feiert 70. Geburtstag

Straubenhardt. Wenn alte Weggefährten von Willi Rutschmann erzählen, dann geht es meistens um Verwaltungsarbeit. Nur ein Beispiel unter vielen: Vor über 15 Jahren stand in der Gemeinde die Erweiterung der Straubenhardthalle an. Rutschmann habe das auch dann im Hinterkopf gehabt, als er mit dem Gemeinderat auf Reisen war, erinnert sich der SPD-Gemeinderat Hans Vester. Im Bus habe er damals Skizzen für das Projekt gezeichnet. Ideen dafür etwa, mehr Licht in die früher dunkle Halle zu bekommen. So erzählt Rutschmann selbst diese Anekdote. Seine Schaffenskraft war schon herausgestrichen worden, als er im Juni 2013 in den Ruhestand verabschiedet wurde. Am Montag feiert Rutschmann seinen 70. Geburtstag. Die Gemeinde, die den Mann, der 22 Jahre lang Rathauschef war, zum Ehrenbürger ernannt hat, bereitet dem Jubilar am Mittwoch einen feierlichen Empfang.

Nach seinem Abschied aus dem Rathaus hat der gebürtige Ettlinger Rutschmann zwar seinen Lebensmittelpunkt zurück in die alte Heimat verlegt. Aber präsent bleibt er in Straubenhardt und dem Enzkreis dennoch. Zuletzt hat er beispielsweise den Kreisgeschichtsverein Calw auf mittelalterlichen Spuren durch seine frühere Gemeinde geführt (die PZ berichtete). „Es hat großen Spaß gemacht, Geschichte lebendig werden zu lassen“, sagt Rutschmann. Aber auch die Feste und die Vereine Straubenhardts lägen ihm noch immer am Herzen. Deshalb beobachte er das Wohlergehen der Gemeinde, in der auch noch ein eigenes Haus mit Garten zu bestellen hat, weiterhin – „wenn auch mit etwas Abstand.“

Als Landrat Karl Röckinger vor einigen Tagen die aktuellen und früheren Bürgermeister des Enzkreises versammelte, war Rutschmann auch mit von der Partie. Er traf dabei mit Wurmbergs früherem Rathauschef Helmut Sickmüller einen, der sich im Kreistag über Fraktionsgrenzen hinweg gut mit Straubenhardts Ehrenbürger verstanden hat. Der einstige CDU-Rat Rutschmann hatte ebenso wie der einstige SPD-Rat Sickmüller vor der Bürgermeisterlaufbahn die Aufgabe gehabt, den Kommunen auf die Finger zu schauen. Als er gewissermaßen die Seiten gewechselt hatte, sei er immer als einer aufgefallen, der fachlich über jeden Zweifel erhaben sei, so Sickmüller.

Zielstrebiger Kämpfer

Das bescheinigen Rutschmann auch diejenigen, die mal mit ihm aneinandergeraten sind. Der Jubilar ist ein Mann mit Ecken und Kanten. Aber ihm eilt der Ruf eines zielstrebigen Kämpfers im Dienste der Sache voraus. Er habe für Straubenhardt „eine Menge auf die Reihe gebracht“, sagt ein Gemeinderat. Ob bei den Einrich-tungen der Kinderbetreuung, bei Sozialeinrichtungen, Energieanlagen wie dem Biomasseheizwerk, Weichenstellungen für das Einkaufszentrum Hube und und und. Willi Rutschmann hat Spuren hinterlassen. Auch dafür wird er am Mittwoch gefeiert. Er sei gespannt sagt er. Am heutigen Geburtstag ist Rutschmann bis zum Nachmittag für Gratulanten zu Hause erreichbar. „Dann sind wir weg und feiern mit der Familie“, sagt er.