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Ein ganzer Straßenzug ist in Heimsheim ohne Heizung gewesen.
Ein ganzer Straßenzug ist in Heimsheim ohne Heizung gewesen. © dpa
26.01.2011

Streit eskaliert: Ganzem Straßenzug Heizung abgedreht

HEIMSHEIM. Eine Woche im Kalten gesessen sind die Anwohner des Dachswegs in Heimsheim. Grund: Der Wärmelieferant hat ihnen die Heizung abgedreht, weil die Rechnungen seit Jahren nur zum Teil bezahlt werden. Seit Mittwoch funktionieren die Heizungen in den elf Reihenhäusern wieder, weil das Gericht eine einstweilige Verfügung erlassen hat.

Die Auseinandersetzung um die Kosten schwelt jedoch weiter – ein schnelles Ende scheint nicht in Sicht. Bei dem Streit geht es darum, dass sich viele Besitzer der Reihenhäuser schon seit langem über zu hohe Heizkosten beschweren. Eigentümer der Reihenhäuser beschweren sich schon seit Jahren über zu hohe Kosten für die Heizung. Ihrer Ansicht nach sind die Rohre der Fernwärme-Leitung schlecht isoliert.

Da sich an der Lage nichts geändert habe, behalte man eben einen Teil der Kosten ein. Zunächst sind die Bewohner froh, dass die Heizung wieder funktioniert. Wie Wolfgang Rentschler berichtet, ist die Hilfsbereitschaft der Bürger während der Kälterperiode sehr groß gewesen. „Wir wurden zum Duschen oder Aufwärmen eingeladen, manche boten uns auch Asyl an.“ Könnte sein, dass die Bewohner diese Unterstützung bald wieder brauchen, denn der Anwalt der Wohnungseigentümer hat Widerspruch gegen die angeordnete Wärmezufuhr eingelegt.

Die Sache sei rechtlich ganz klar, so der Stuttgarter Mietrechtsanwalt Bernd Eppinger: Wer Wärme beziehe, müsse die Kosten tragen. Erst danach könne man gegen die Höhe der Abrechnung klagen. Bürgermeister Uwe Rupp sieht die Entwicklung im Heizungs-Streit mit Sorge. „Als Bürgermeister habe ich ein Interesse daran, dass meine Bürger nicht frieren“, betont er. Er hält es für falsch, dass die Heizung einfach abgestellt wurde. Allerdings, so Rupp: Es sei auch nicht richtig, die Rechnungen nicht zu bezahlen.