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Streit um historische Route von Bertha Benz.
Streit um historische Route von Bertha Benz © Schott
12.04.2011

Streit um historische Route von Bertha Benz

KÄMPFELBACH-ERSINGEN. Mit einem ganzen „Automobilsommer 2011“ wird der 125. Geburtstag des Autos in diesem Jahr groß gefeiert. Untrennbar zur Geschichte des Automobils gehört die erste Überlandfahrt der Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim. „Dadurch ist unsere Region auf ganz besondere Weise mit der Entwicklungsgeschichte des Autos verbunden“, sagt Kevin Jost aus Ersingen.

Das rührige Vorstandsmitglied des Vereins „Heimatpflege und Kultur Kämpfelbach“ ist seit seiner Jugend von der automobilen Pionierfahrt der Bertha Benz fasziniert. Eine gesunde Portion Lokalpatriotismus spielt auch eine Rolle bei Josts großem Interesse am Thema: Schließlich waren es zwei Ersinger Jungs, die im Sommer 1888 Bertha Benz und ihren beiden Söhnen weiterhalfen. Denn an der starken Steigung der Straße – der heutigen Bundesstraße 10 - zwischen dem „Sperlingshof“ und dem heutigen „Ersinger Kreuz“ hätte sich der Motorwagen beinahe die Zähne ausgebissen. „Indem die beiden Ersinger Jungen auf Bitten von Bertha Benz den Wagen anschoben, trugen sie ihren Teil zum Gelingen der Pionierfahrt bei“, sagt Kevin Jost. „Dass Bertha Benz den Weg von Wilferdingen über den „Sperlingshof“ nach Brötzingen genommen hat, ist historisch klar belegt“, unterstreicht Rudolf Vögele, Heimatforscher, Autor der Ersinger Ortschronik und ebenfalls im Vorstand des Vereins „Heimatpflege“ aktiv. Umso erstaunter und befremdeter sind Vögele und Jost daher über die Streckenführung der neuen „Bertha Benz Memorial Route“ in der Region. „Diese neue Touristikstraße zwischen Mannheim und Pforzheim nimmt ab Wilferdingen einen Verlauf, der mit der historischen Überlieferung nicht übereinstimmt“, beklagen Jost und Vögele. msch