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30.04.2008

Stromerlöse sollen strömen

NEUENBÜRG. Unter dem Stichwort „Lebendige Enz“ will Neuenbürg seine Wasserkraftwerke wirtschaftlicher machen und die ökologische Situation am Fluss verbessern. Der Gemeinderat war sich einig, das Projekt möglichst schnell anzugehen.

Nun will die Stadtverwaltung die Vorschläge des Planungsbüros aufarbeiten und mit einem Datum für die Umsetzung versehen. „Es soll auch klar werden, wie wir es finanzieren“, sagte Bürgermeister Horst Martin, der das Projekt als einleuchtend und wirtschaftlich bezeichnete.
Insgesamt sollen die vier Kraftwerke Eisenfurt, Badwehr, Mühle und Schleifmühle auf Vordermann gebracht werden (PZ hat berichtet). Uwe Makowitz vom Büro Kraft-Wärme-Technik in Pforzheim bezeichnete es dabei als Glücksfall, dass die Anlagen hintereinander auf fünf Kilometern Flussstrecke liegen. „Das ist für die Genehmigungsbehörden ein Anreiz hier mitzuwirken und mit erträglichen Kosten ein gutes Ergebnis zu erzielen“, sagte er.

Hintergrund für die Verbesserungen ist das Erneuerbare Energien-Gesetz. Danach erhalten Kommunen einen bestimmten Betrag pro Kilowattstunde, wenn sie Strom aus Wasserkraft ins Netz einspeisen. Werden die Kraftwerkanlagen gewässerökologisch verbessert, erhöht sich die Vergütung. Zu diesen Verbesserungen gehören beispielsweise neue Fischaufstiege oder hydraulisch betätigte Rechenreiniger. Eine teurere Variante sieht zudem neue Turbinen an den Wasserkraftanlagen vor. Momentan erzeugen die vier Kraftwerke 2,89 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Mit allen Ausbaumöglichkeiten an den vier Standorten könnte die Stadt dies auf rund 3,2 Millionen Kilowattstunden steigern. Da noch nicht feststeht, wie die Vergütungssätze für den eingespeisten Strom aus Wasserkraft aussehen, variieren auch die Mehrerlöse. Diese liegen zwischen 90 000 Euro und 178 000 Euro mehr im Jahr. Der Vergütungssatz hängt zudem davon ab, wie stark die Stadt die Kraftwerke technisch auf Vordermann bringt.

Auch die Kosten für Neuenbürg ändern sich dementsprechend: Würde Neuenbürg sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen und die Kraftwerke technisch wieder auf den neuesten Stand bringen, würde dies 1,76 Millionen Euro kosten. Die günstigste Version mit Minimal-Verbesserungen läge bei 560 000 Euro.