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Bauzäune wie hier in Pforzheim waren ein beliebtes Opfer der Sturmböen.
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Die Sarow-Installation entlang der Bahngleise an der Tunnelstraße hielt dem Sturm nicht stand.
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Auch die pinken Sarow-Häuschen hatten unter dem Sturm zu leiden.

Sturmtief "Eberhard" wütet in der Region - Polizei: 230.000 Euro Schaden

Enzkreis. Sturmtief „Eberhard“ hat das Polizeipräsidium Karlsruhe ganz schön in Atem gehalten. Am Sonntag zwischen 10  Uhr und 21  Uhr verursachte das Sturmtief mehr als 200 Einsätze im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe, zu dem auch Pforzheim, der Enzkreis und der Landkreis Calw gehören. Nach vorläufigen Schätzungen entstand durch den Sturm ein Gesamtschaden von etwa 230.000 Euro.

Der überwiegende Teil der Einsätze waren umgestürzte Bäume, umgestürzte Verkehrszeichen, oder herabfallende Dachziegel. Mehrere Fahrzeuge wurden durch Bäume oder Dachziegel beschädigt. An mehreren Gebäuden entstand Sachschaden an der Fassaade oder am Dach. Mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert. Schwere Personenschäden waren bislang glücklicherweise nicht zu verzeichnen, lediglich ein Fußgänger im Stadtgebiet Karlsruhe wurde durch ein umfallendes Verkehrszeichen leicht im Gesicht verletzt.

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Sturm wütet in Pforzheim – zahlreiche Schäden

Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe kam es auf Grund des Sturmes zu über 150 Einsätzen. In Dettenheim-Rußheim (nördlicher Landkreis Karlsruhe) wurde an einem leerstehenden Haus das Dach abgedeckt. In Bretten-Sprantal wurde ebenfalls das Dach eines Wohnhauses abgedeckt. Im Bereich Calw kam es zu zwölf Einsätzen ausgelöst durch den Sturm. In Simmersfeld wurde das komplette Dach des Festspielhauses abgedeckt. In Calw-Stammheim beschädigte der Sturm eine Stromleitung zu einer Schreinerei. In der Folge kam es zu einem Kurzschluss und einem Schmorbrand, der zu starker Rauchentwicklung führte.

Sturmschäden in Pforzheim und im Enzkreis

In Pforzheim und der Region waren die Auswirkungen von Sturmtief "Eberhard" am Sonntag deutlich zu spüren: Die Feuerwehren in Pforzheim und dem Enzkreis mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Bäume waren umgestürzt, Sarows pinke Häuschen umgekippt, Fußballspiele mussten abgesagt werden.

Bis 18 Uhr verzeichnete die Integrierte Leitstelle in Pforzheim rund 90 wetterbedingte Alarmierungen. Nachdem der Wind den Tag über immer mehr zugenommen hatte, mussten zahlreiche Feuerwehren in Pforzheim und dem Enzkreis ausrücken, um umgeknickte Bäume zu beseitigen, lose Dachziegel zu sichern oder umgestürzte Bauzäune wieder aufzustellen. Teile der Gemeinde Neulingen waren zeitweise ohne Strom. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Neben der Berufsfeuerwehr waren nahezu alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Enzkreis alarmiert, der Schwerpunkt der Einsätze lag dabei im Enzkreis. An mehreren Stellen wurden Stromleitungen durch umstürzende Bäume beschädigt, hier mussten die Mitarbeiter von SWP und EnBW tätig werden.

Trotz des nachlassenden Sturmes sei auch in den Abendstunden noch mit weiteren Einsätzen zu rechnen, teilte die Integrierte Leitstelle mit.

Gefahr für Spaziergänger und Autofahrer

Unweit vom Nagoldhang sperrten die Technischen Dienste den Zugang zum Fußgängerweg an der Nagold. Zuvor hatte die Feuerwehr einen Baum inspiziert, der in bedrohliche Schieflage geraten war. Sie hatten zur Warnung Absperrbänder angebracht. Und eben die Stadt informiert, die mit dieser Sperrung reagierte. Ein Feuerwehrmann hatte im PZ-Gespräch gesagt, dass an mehreren Stellen Zweige von Bäumen abgebrochen seien. Er riet, zu Hause zu bleiben und wegen des Sturms von Spaziergängen abzusehen.

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So wütete Sturmtief "Eberhard" in Deutschland

Rund ein Dreivierteljahr trotzte Andreas Sarows Installation „Factory“ an der Unteren Wilferdinger Straße 3 Wind und Wetter. Doch das Sturmtief war dann doch etwas zu mitreißend für das pinke Kunstwerk: Drei Häuschen wehte es kurz vor 16 Uhr von ihren Plätzen auf dem stillgelegten Gleis gen Westen. Nach kurzer Zeit waren Feuerwehr und Polizei vor Ort, um den stürmischen Tatort zu sichern und dafür zu sorgen, dass es die rund 500 Kilo schweren Holzbauten nicht noch weiter davon weht. Die Beamten verständigten schließlich auch Sarow darüber, das sich Teile seines Kunstwerks verselbstständigt und in Bewegung gesetzt hatten. „Ich hatte vorab eine Nachricht auf Instagram bekommen und war schon auf dem Weg, als die Polizei anrief“, erklärt Sarow gegenüber der PZ. Vor Ort habe er die Feuerwehr gerade noch davon abhalten können, den drei kleinen Ausreißer-Häuschen mit der Kettensäge den Garaus zu machen. Stattdessen kamen Akkuschrauber zum Einsatz, als Sarow und vier Helfer die Konstruktionen fachmännisch auseinandernahmen. „Nach zwei Stunden waren sie demontiert. Jetzt haben wir sie eingelagert“, so Sarow. Da für ihn die Installation aber nur mit allen zwölf Häuschen vollständig sei, wolle er die drei Eingelagerten zeitnah wieder aufbauen und erneut zwischen ihren baugleichen, wenn auch standfesteren Ebenbildern, einreihen.

Die Wild Line und der Baumwipfelpfad in Bad Wildbad blieben am Sonntag geschlossen. 

Auswirkungen auf regionale Fußballspiele

Zahlreiche Fußballspiele, die am Sonntag stattfinden sollten, wurden wegen es Sturms abgesagt. Betroffen waren unter anderem in der Landesliga Mittelbaden die Spiele FC Nöttingen 2 gegen FV Ettlingenweier und die Partie TSV Grunbach gegen den FC Espanol Karlsruhe. Einzelne Spielausfälle gab es auch in der Kreisliga und den Kreisklassen A1, A2 und B1 zu verzeichnen. Zudem sind fast alle Partien in den Kreisklassen C1, C2 und C3 sowie B2 abgesagt worden.

Orkanböen beschäftigen Feuerwehren und stoppen Skibetrieb 

In Stuttgart mussten die Helfer wegen des Sturms und Orkanböen zu mehreren Einsätzen ausrücken, wie die Polizei mitteilte. Unter anderem stürzte ein größeres Blechteil von einem Dach auf drei Autos. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. In Weil der Stadt (Kreis Böblingen) drohte, wegen des Sturms ein Baugerüst einzustürzen. Die Feuerwehr rückte an und baute das Gerüst aus Sicherheitsgründen ab.

Im Zugverkehr im Südwesten kam es nach Angaben der Deutschen Bahn zu Behinderungen. Bei Hornberg im Schwarzwald (Ortenaukreis) stürzte ein Baum auf die Schienen und sorgte so für Verspätungen. Auch in Stuttgart und Albstadt (Zollernalbkreis) mussten Züge zeitweise stoppen, weil Bäume oder Gegenstände auf Schienen stürzten.

Auf dem höchsten Berg in Baden-Württemberg, dem Feldberg im Schwarzwald, mussten wegen der Orkanböen mehrere Skilifte ihren Betrieb einstellen, wie ein Sprecher der Liftbetreiber sagte. Wintersport war so den ganzen Tag nur eingeschränkt möglich.

Bahn stellt Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen ein

Die Deutsche Bahn stoppte wegen Sturmtief "Eberhard" den Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs in Nordrhein-Westfalen. Alle Züge, die noch unterwegs waren, sollten am nächsten Bahnhof gestoppt werden. Bei Aachen und Köln waren schon an mehreren Stellen Bäume auf die Schienen gestürzt und blockierten den Verkehr. Auch zwei wichtige Stellwerke in Wuppertal und Essen waren wegen des Sturms zeitweise gestört. Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es Einschränkungen. Etwa zwischen Worms und Mannheim wurde die Strecke gesperrt, der Fernverkehr wurde dort umgeleitet.