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Im Kanalnetz von Tiefenbronn-Mühlhausen sind nach den Bestands- und Sanierungsberechnungen Bereiche identifiziert worden, wie hier entlang der Würm, wo es aus  hydraulischen Gründen Sanierungsbedarf gibt. Foto: Tilo Keller
Im Kanalnetz von Tiefenbronn-Mühlhausen sind nach den Bestands- und Sanierungsberechnungen Bereiche identifiziert worden, wie hier entlang der Würm, wo es aus hydraulischen Gründen Sanierungsbedarf gibt. Foto: Tilo Keller
28.02.2016

Suche nach Schutz für die Würm in Tiefenbronn-Mühlhausen

Im Kanalnetz von Tiefenbronn-Mühlhausen sind nach den jüngsten Bestands- und Sanierungsberechnungen Bereiche identifiziert worden, wo es aus hydraulischen Gründen Sanierungsbedarf gibt. Diplom-Ingenieurin Susanne Fritz vom Büro Klinger und Partner hat dem Tiefenbronner Gemeinderat jetzt die Berechnungen vorgestellt und für die überstauten Bereiche Sanierungsvarianten ermittelt. Insgesamt bezifferte sie die grob geschätzten Kosten auf rund 1,1 Millionen Euro.

Als wichtige Maßnahme stufte sie den Bereich rechts der Würm ein, wo sogar Kanaldeckel entdeckt wurden, die abgehoben waren. Sie empfahl als kurzfristige Maßnahme die Kanaldeckel gegen eine durchlässige Variante auszutauschen, die sich auch sichern lässt. Allerdings ist in diesem Bereich auch die Nähe zur Würm ein Problem, denn wenn der Kanal überläuft, droht das verschmutzte Wasser direkt in das Gewässer zu fließen.

Bürgermeister Frank Spottek teilte mit, dass hierzu noch die Abstimmung mit dem Landratsamt Enzkreis laufe. Falls die Überstauung nicht öfter als einmal im Jahr vorkomme, müsste nicht unbedingt saniert werden. Damit würde der größte Posten in Höhe von über 700 000 Euro entfallen. Susanne Fritz hob außerdem Engpässe in der Bergstraße hervor, für deren Sanierung sie rund 97 000 Euro ansetzte. In diesen Bereichen sind die Rohrdurchmesser zu knapp bemessen.

Zuerst die Kanaldeckel?

Insgesamt empfahl die Diplom-Ingenieurin, zunächst Sofortmaßnahmen anzugehen und die Kanaldeckel rechts der Würm zu sichern. Außerdem sollte eine Prioritätenliste aufgestellt und zusätzliche Untersuchungen angesetzt werden. Die Sanierungsmaßnahmen könnten dann sukzessive über die Jahre verteilt durchgeführt werden. Bürgermeister Spottek bestätigte, dass man in das weitere Verfahren einsteigen müsse. Zunächst gehe es darum, den Zustand des Kanalnetzes zu erfassen und zu bewerten. Diese Kanalzustandserfassung ist laut Eigenkontrollverordnung des Landes Baden-Württemberg ohnehin vorgeschrieben. Das Gremium vergab den Auftrag zum Erstellen des Leistungsverzeichnisses für die Kanalreinigung und Inspektion samt Einholen, Prüfen und Werten von Angeboten und örtlicher Überwachung der Kanalreinigung in Höhe von rund 36.500 Euro an das Büro Klinger und Partner.

Die Kanalreinigung und die TV-Befahrung selbst sind in diesem Angebot nicht enthalten. Das Kanalnetz in Mühlhausen umfasst eine Länge von 9940 Metern. Zum Vergleich teilte Bürgermeister Spottek mit, dass die kürzlich durchgeführte Befahrung und Reinigung des Kanalnetzes im Ortsteil Lehningen mit seinen rund 7000 Metern umfassenden Leitungsnetz mit insgesamt rund 97.000 Euro abgerechnet wurde.