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Bei der Autobahnauffahrt Pforzheim-Ost und der B 10 bei Niefern sind die Bauarbeiten in den letzten Zügen.
Bei der Autobahnauffahrt Pforzheim-Ost und der B 10 bei Niefern sind die Bauarbeiten in den letzten Zügen.
Aus der Luft ist die Trasse der Nordschwarzwaldleitung, hier zwischen Pforzheim und Bauschlott, gut zu erkennen. krivec
Aus der Luft ist die Trasse der Nordschwarzwaldleitung, hier zwischen Pforzheim und Bauschlott, gut zu erkennen. krivec
08.11.2015

TÜV prüft letzten Abschnitt der Nordschwarzwald-Gas-Pipeline

Ein Großteil der Nordschwarzwaldleitung liegt schon unter der Erde. Vergangene Woche haben die beiden Bautrupps am Pforzheimer Amazonstandort ihre jeweiligen Abschnitte miteinander verbunden. Bevor jedoch Gas von Au am Rhein durch die 71 Kilometer lange Fernleitung strömen kann, wird es noch bis Anfang nächsten Jahres dauern.

Auf der Strecke des zweiten Bauabschnitts von Ettlingen über den Enzkreis und Pforzheim bis nach Leonberg wartet noch eine Menge Arbeit.

Zum Beispiel bei der Autobahnauffahrt Pforzheim-Ost auf Eutinger Seite, wo die 60 Zentimeter starken Rohre entlang der A 8 in Richtung Kieselbronn und Autobahnraststätte verlaufen. Dort würden „Restarbeiten“ durchgeführt, teilt Rebecca Penno mit, Pressesprecherin des Betreibers „terranets bw“.

Heißt: Sobald die Rohre verlegt worden sind, werden diese vom TÜV auf ihre Dichtheit geprüft – schließlich soll das Gas später mit 80 Bar in Richtung Leonberg strömen. Für den Test werde die Pipeline vollständig mit Wasser gefüllt und der Druck schrittweise erhöht. Dieser Vorgang soll laut Penno ein bis zwei Tage dauern. Erst dann sollen die sechs Leitungsabschnitte auf der Strecke des zweiten Bauabschnitts von Ettlingen nach Leonberg miteinander verbunden und der Rest des 56 Kilometer langen Grabens zugeschüttet werden. Die Nordschwarzwaldleitung liegt dann 1,20 Meter unter der Erde.

„Ähnliche Arbeiten wie bei Eutingen finden noch an weiteren Stellen zwischen Ettlingen und Leonberg statt“, so Penno. Auch diese seien voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen. Fünf der sechs Abschnitte seien schon geprüft, würden nun miteinander verbunden und endgültig unter die Erde gebracht. Der noch ausstehende sechste Teil sei voraussichtlich nächste Woche soweit, sagt Penno.

Gearbeitet wird aber nicht nur an der Gasleitung an sich. Zu deren Überwachung und Steuerung folgt der Trasse ebenfalls ein Glasfaserkabel. Auch dafür seien im Abstand von rund einem Kilometer noch kleinere Bauarbeiten nötig, so die Pressesprecherin weiter.

Im Enzkreis und Pforzheim bleibt erst einmal ein 34 Kilometer langer Steifen zurück – im Wald ist die Schneise 15 Meter breit, auf offenem Gelände 25 Meter. Laut Penno soll die Natur dort aber bis Ende des Jahres wieder in ihren „Urzustand“ versetzt werden – „sofern die Witterung mitspielt“, heißt es vom Betreiber „terranets bw“.

Spuren bleiben

Ganz verschwinden werden die Zeichen des rund 80 Millionen teuren Baus allerdings nicht. Denn über der Ferngasleitung bleibt ein zehn Meter breiter Schutzstreifen bestehen. In Waldgebieten klafft entlang der Strecke also auch in Zukunft eine Schneise. Zudem weisen alle 300 bis 400 Meter orangenfarbene Tafeln auf die Pipeline hin. Nur der Rest der bearbeiteten Fläche auf offenem Gelände soll in seinen vorherigen Zustand versetzt werden.