nach oben
Durch dieses Fenster sind die Täter ins katholische Gemeindehaus in Tiefenbronn eingebrochen. Erreicht haben sie mit einer Leiter, die wohl von der nahen Kindergarten-Baustelle geholt wurde. Foto: Heilemann
Durch dieses Fenster sind die Täter ins katholische Gemeindehaus in Tiefenbronn eingebrochen. Erreicht haben sie mit einer Leiter, die wohl von der nahen Kindergarten-Baustelle geholt wurde. Foto: Heilemann
Hebelspuren zeigen einige Versuche. Foto: Heilemann
Hebelspuren zeigen einige Versuche. Foto: Heilemann
13.07.2019

Täter bestehlen Tiefenbronner Ministranten und eine Bäckerei

Tiefenbronn. Als hätten sie es geahnt: Präventionsexperten vom Polizeipräsidium Karlsruhe und vom Landeskriminalamt sind am Dienstag, 16. Juli, und am Donnerstag, 18. Juli, in Tiefenbronn, um die Bürger darüber zu informieren, wie man sich vor Einbrechern schützen kann. Nicht aufgrund von Anfragen besorgter Bürger, wie Hauptamtsleiter Manuel Rausch und Bürgermeister Frank Spottek sagen. Auch die Kriminalstatistik habe zuletzt keine auffälligen Einbruchszahlen aufgewiesen. „Trotzdem müssen wir an dem Thema dranbleiben“, so Spottek. Tatsächlich ist die Gemeinde jetzt wieder doppelt getroffen worden.

Die Polizei bestätigte Einbrüche in eine Bäckerei an der Franz-Josef-Gall-Straße in der Nacht auf Donnerstag – dort ist noch unklar, wie viel der oder die Täter aus einer Kasse in den Geschäftsräumen entwendet haben. Ebenfalls am Donnerstag sei der Einbruch in ein Haus an der Gemmingenstraße entdeckt worden.

In diesem Fall war die katholische Kirchengemeinde betroffen. Und das, obwohl die Bürotür dem Angriff widerstanden habe, sagt die Pfarrsekretärin, der die Hebelspuren aufgefallen waren. „Ich bin dann nicht alleine rein, sondern habe Unterstützung geholt“, sagt sie. Drinnen stand sie vor vielen weiteren Schäden. Offenbar seien die Täter schließlich eingedrungen, nachdem sie auf der benachbarten Baustelle für den neuen Tiefenbronner Kindergarten eine Leiter entwendet hätten. Im ersten Stock brachen sie ein Fenster auf. Der Rahmen ist gesplittert.

Deutlich wird auch, warum Einbrüche Betroffene immer emotional aufwühlen. In den Geldkassetten, die erbeutet wurden, war zum Beispiel die Summe, die Ministranten der katholischen Gemeinde ein Jahr lang angespart hatten. Die Täter haben also Kinder und Jugendliche bestohlen. Auch weg ist Geld für die Vorbereitung des Patroziniumsfests der Kirche St. Maria Magdalena. Der andere Teil des Ärgers rührt von den Schäden her, die bei den verschiedenen gescheiterten Versuchen entstanden sind, Türen oder andere Fenster aufzuhebeln. Wie hoch der Sachschaden einzuschätzen ist, ist derzeit noch offen.

Tiefenbronn hatte auf dem Höhepunkt der Einbruchswelle 2014 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als der Gastronom Theo Jost nach einer ganzen Reihe von Straftaten eine Initiative gestartet hatte, um einen privaten Sicherheitsdienst für Streifenfahrten durch die Gemeinde zu engagieren. Eine Gemeinderatsdebatte darüber war damals vom Fernsehen begleitet worden. Später sanken die Einbruchszahlen landesweit – auch in Tiefenbronn. Die größte Brisanz war damit erst einmal aus dem Thema raus.

Wer Verdächtiges zu den Einbrüchen an der Gemmingen- und an der Franz-Josef-Gall-Straße in der Nacht auf Donnerstag wahrgenommen hat, wendet sich ans Polizeirevier Pforzheim-Süd telefonisch unter (0 72 31) 1 86 33 11.

Die Präventionsveranstaltungen: Am Dienstag, 16. Juli, ist um 19 Uhr im Bürgerhaus Rose der kostenlose Vortrag „Einbruch in Haus und Seele“. Der Informationstruck des Landeskriminalamts macht am Donnerstag, 18. Juli, von 10 bis 17 Uhr an der Gemmingenhalle Station.