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Beim Unfall im März 2016 auf der Landesstraße zwischen Königsbach und Wilferdingen war die Feuerwehr Remchingen im Einsatz. Foto: Feuerwehr Remchingen (Archiv)
Beim Unfall im März 2016 auf der Landesstraße zwischen Königsbach und Wilferdingen war die Feuerwehr Remchingen im Einsatz. Foto: Feuerwehr Remchingen (Archiv)
Ein Rettungshubschrauber landete damals auf der gesperrten Straße und flog die schwer verletzte Fahrerin in ein Krankenhaus. Die Insassen des Kleinlasters waren laut Polizei leicht verletzt worden. Foto: Feuerwehr Remchingen (Archiv)
Ein Rettungshubschrauber landete damals auf der gesperrten Straße und flog die schwer verletzte Fahrerin in ein Krankenhaus. Die Insassen des Kleinlasters waren laut Polizei leicht verletzt worden. Foto: Feuerwehr Remchingen (Archiv)
Kollidiert war der VW Polo der Unfallverursacherin mit einem entgegenkommenden Mercedes-Laster. Foto: Feuerwehr Remchingen (Archiv)
Kollidiert war der VW Polo der Unfallverursacherin mit einem entgegenkommenden Mercedes-Laster. Foto: Feuerwehr Remchingen (Archiv)
18.05.2017

Täterin schuldunfähig: Freispruch nach Horror-Crash bei Königsbach

Karlsruhe/Königsbach-Stein/Remchingen. Freigesprochen hat das Schwurgericht am Donnerstagnachmittag eine 55-Jährige, die am 26. März 2016 in selbstmörderischer Absicht ihren VW Polo in einen Mercedes-Kleinlaster gerammt hatte.

Die Aufprallwucht auf der Gegenfahrbahn war so stark, dass das linke Vorderrad des Lastwagens abgerissen wurde. An dem Tatfahrzeug entstand Totalschaden. Die Verursacherin erlitt Rippenbrüche und eine Beckenfraktur, die zwei Personen im Lastwagen kamen mit Prellungen davon. Díe rücksichtslos herbeigeführte Tat ereignete sich auf gerader Strecke zwischen Königsbach und Wilferdingen. Der Vorsitzende Richter im Landgericht Karlsruhe, Leonhard Schmidt, ging zusammen mit seinen Richterkollegen und den Schöffen davon aus, dass die seit 2011 psychisch erkrankte Frau, die im Januar 2016 durch Tabletteneinnahme schon einen Selbstmord versucht hatte, zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen ist.

Schmidt räumte ein, dass die Beweisaufnahme gut für die Unfallverursacherin gelaufen sei, da sie zunächst wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt war. Ein ausführliches medizinisches Gutachten habe jedoch einwandfrei bestätigt, dass die Frau eine schwere depressive Episode durchleben musste und sich in einer Tunnelsituation befunden habe, in der eine rational nachvollziehbare Handlungsoption nicht mehr bestanden habe. Schmidt attestierte der 55-Jährigen überdies, bis zum Tatzeitpunkt eine rechtstreue Bürgerin gewesen zu sein.

Schmidt wörtlich: „Wir glauben nicht an ihre grundsätzliche Gefährlichkeit.“ Es habe sich um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt. Zwar bleibe der Führerschein entzogen und es werde eine weitere Führerscheinsperre für drei Jahre veranlasst, eine Sperre auf Lebenszeit, wie von Oberstaatsanwältin Gabriele Gugau ins Spiel gebracht, komme aber nicht in Betracht. Auch die stationäre, dauerhafte Einweisung in eine psychiatrische Anstalt – wenn auch nur auf Bewährung – sei nicht zielführend, da die Frau gut in Familie und Beruf integriert sei. Überdies befinde sich die 55-Jährige in einer dauerhaften, medikamentösen Therapie.

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