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Alle Objektive sind heute wieder auf Harry Wörz gerichtet. Am Ende des dritten Strafprozesses steht der Angeklagte aus Gräfenhausen einmal mehr im Brennpunkt der Medien.
Alle Objektive sind heute wieder auf Harry Wörz gerichtet. Am Ende des dritten Strafprozesses steht der Angeklagte aus Gräfenhausen einmal mehr im Brennpunkt der Medien. © Wittek, dpa-Archiv
21.10.2009

Tag der Entscheidung im Wörz-Prozess

BIRKENFELD/MANNHEIM. Zum zweiten Mal wartet Harry Wörz am Donnerstag im Hauptsaal des Landgerichts Mannheim auf sein Urteil. Wie schon 2005, als die Strafkammer unter Richter Karl Adam den 43-jährigen Angeklagten aus Gräfenhausen entlastete, rechnet der Installateur erneut mit einem Freispruch.

Und wie schon vor vier Jahren wird es am heutigen Donnerstag einen gewaltigen Medienrummel im Landgericht geben.

Ungewöhnlicher Kriminalfall

Der Kriminalfall Wörz hat in den vergangenen zwölf Jahren Justizgeschichte in Deutschland geschrieben. Seit 1997 beteuert Wörz, dass er nicht der Täter ist, der seine Ex-Frau töten wollte. Nach sechs Monaten und 26 Prozesstagen geht es heute am Ende des dritten Strafverfahrens gegen Harry Wörz rund im Saal 1. Wenn der Vorsitzende Richter Rolf Glenz den großen Raum betritt, geht es noch beschaulich zu. Glenz hat – wie beim Prozessauftakt – die Zahl der Fotografen und Kamerateams begrenzt. Bevor der Vorsitzende Richter spricht, dürfen nur ein Fotograf der „Pforzheimer Zeitung“ und der Deutschen Presseagentur (dpa) sowie die TV-Sender SWR und RTL und der ARD-Regisseur Gunther Scholz die Szenerie im Gerichtssaal einfangen. Die Fotografen und Fernsehteams müssen dann andere Medien auf Wunsch mit ihren Bildern und Filmen beliefern. Dieses Verfahren sollte aus Sicht des Gerichts verhindern, dass der Medienauftrieb im Saal ausufert. Für die zahlreichen Journalisten der Printmedien sind die ersten beiden Reihen des Saals reserviert worden.

Sobald das Urteil gesprochen ist, Richter und Schöffen den Saal verlassen haben, wird es indes kein Halten mehr geben. 2005 mussten die schreibende Zunft und die Fotografen die Prozessparteien noch im Gewusel des Foyers suchen. Diesmal bietet das Landgericht Mannheim einen besonderen Service an.

Tische werden umgestellt

Presserichter Joachim Bock wird unmittelbar nach dem Richterspruch die Tische umstellen, an denen auf der einen Seite Harry Wörz und seine beiden Verteidiger Hubert Gorka und Ralf Neuhaus sowie auf der anderen Seite Staatsanwalt Philipp Zinkgräf und Nebenkläger Michael Schilpp sitzen. „Damit ist es möglich, dass die Medienschaffenden wie bei einer Pressekonferenz geordnet mit allen Prozessvertretern sprechen können“, sagt Bock.

Richter Rolf Glenz wird heute um 10 Uhr im Landgericht Mannheim das Urteil sprechen.