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Ein Tortenstück der besonderen Art präsentiert Bernd Dennig (rechts) den Besuchern des offenen Ateliers im Wilferdinger Steinbruch.  Zachmannit f
Ein Tortenstück der besonderen Art präsentiert Bernd Dennig (rechts) den Besuchern des offenen Ateliers im Wilferdinger Steinbruch. Zachmannit f
04.10.2015

Tag des offenen Ateliers lockt viele Besucher in den Wilferdinger Steinbruch

Auf der einen Seite zwitschern die Vögel, auf der anderen klopfen junge Nachwuchskünstler emsig mit Hammer und Meißel auf die Steine und mittendrin präsentieren Bernd Joachim Dennig und seine passionierten Bildhauerfreunde ihre Skulpturen und Kunstwerke. Bei strahlendem Sonnenschein lockt der „Tag des offenen Ateliers“ am Samstag zahlreiche Besucher in den Wilferdinger Steinbruch „Fluckenberg“ – die letzte noch intakte Abbaustätte des Roten Pfinztäler Buntsandsteins.

Was man aus dem relativ harten, aber umso witterungsrobusteren Gestein alles machen kann, zeigt unter anderem Stefan Lenzinger, der seit langem zu den Workshops im Wilferdinger Steinbruch kommt. „Das Bildhauen zuhause wäre zu laut und zu dreckig, hier in der Natur macht es viel mehr Spaß und man bekommt Inspirationen von den anderen Kursteilnehmern“, betont er. „Gute Kunst liegt für mich darin begründet, dass der Betrachter eine gewisse Interpretationsvielfalt entdeckt. Der Künstler soll einen Impuls geben zum Nachdenken“, erklärt Bernd Dennig, der als Kind im familieneigenen Steinbruch seine Liebe zu den Naturmaterialien entdeckt hat und seine Leidenschaft in regelmäßigen Kursen in Wilferdingen weitergibt.

„Beim Bildhauen hat man entweder von Anfang an eine Figur im Kopf oder man verstärkt von der Natur gegebene Formen durch Spitzen, Stocken und Schleifen und entwickelt daraus eine Figur“, erklärt er. Während interessierte Kunstliebhaber die eine oder andere Dekoration für drinnen und draußen ergattern, können sie sich an den Skulpturen von Volker Völkle noch so die Zähne ausbeißen und den Mund fusselig reden – sie sind einfach nicht zu verkaufen. „Ich kann mich so schwer davon trennen und verschenke eher mal eine zu besonderen Anlässen“, sagt der Künstler.

Ein Herz aus Stein

Da hilft wohl nur ein bisschen Geduld – oder einfach selbst Hand anlegen: Dass das Bilderhauen gar nicht so schwer ist, wie man meinen könnte, hat Ella Sarochan aus Singen herausgefunden. Im Nu ist das Herz erkennbar, das sie munter in den roten Buntsandstein meißelt. „Man muss halt viel hämmern, dann klappt das schon“, erklärt die Elfjährige. Zweidimensionale Kontrastpunkte setzt dagegen Wolfgang Rudolf aus Dietenhausen mit seinen Acrylgemälden, in denen der Mediengestalter als angenehme Abwechslung zur Arbeit am Computer seiner Fantasie mit bunten Farben freien Lauf lässt.