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Das Taubenhaus bei Dietlingen: Dort gibt es noch Platz. Allerdings müssen die Tauben erst gefangen werden, bevor sie dort eine neue Heimat bekommen. Foto: Ossmann
Das Taubenhaus bei Dietlingen: Dort gibt es noch Platz. Allerdings müssen die Tauben erst gefangen werden, bevor sie dort eine neue Heimat bekommen. Foto: Ossmann
10.08.2017

Tauben in Keltern: Gemeinde sucht freiwillige Helfer zum Einfangen

Keltern/Neulingen. Handlungsbedarf in Sachen Tauben besteht in Keltern. Das zumindest meinen Leser aus der Weinbaugemeinde, die sich in den zurückliegenden Wochen an die PZ gewandt haben.

Zwar existiere ein Taubenhaus außerhalb von Dietlingen, doch damit allein ließe sich die nach wie vor vorhandene Taubenplage insbesondere in den Kelterner Ortsteilen Dietlingen und Ellmendingen wohl nicht lösen, mutmaßen die Leser. Auf Anfrage der PZ meinte hierzu in dieser Woche Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger, dass es aktuell „keine weiteren Planungen für Taubenhäuser gibt“. In der bestehenden Anlage sei noch Platz vorhanden. Bochinger wörtlich: „Die beiden ehrenamtlichen Bürger sind weiter dabei, die Tauben anzufüttern und zu fangen.“

Allerdings sei die Materie schwierig. Die Tiere hüpften nicht einfach so in die Falle. Zeit und Geduld seien gefragt. Immerhin, so Bochingers Auskunft: Damit in Zukunft mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, „haben wir vor kurzem eine weitere Lebendfalle angeschafft“. Der Kelterner Verwaltungschef hofft im übrigen auf weitere, freiwillige Helfer, denn so könne das Einfangen der Tiere beschleunigt werden. Und der Verwaltungschef unterstreicht: „Das Wichtigste bei dem ganzen Thema ist, dass die Tauben nicht gefüttert und somit in die Ortskerne gelockt werden.“

Auf diesen Umstand weist auch der Leiter des Verbraucherschutz- und Veterinäramts des Landratsamts, Ulrich Dura, hin. Tauben seien extrem intelligente Tiere, lernten schnell hinzu und könnten sich auf ein Zusammenleben mit den Menschen optimal einstellen. In Abfalltonnen oder am Boden frei zugängliche Essensreste entsprächen einem reichlich gedeckten Gabentisch. Nur wenn das Nahrungsangebot innerhalb der Wohnbebauung effektiv eingeschränkt oder unterbunden werde, würden sich die Tauben in anderen Bereichen ansiedeln. In der Regel könnten Tauben von den Verlockungen der modernen Überflussgesellschaft profitieren. Ihr bevorzugtes Wohnumfeld entspreche einem reichlichen Büfett. Zur Erntezeit sei dies auch draußen in der Landwirtschaft der Fall.

Wichtig sei, so Dura, dass man die Tiere nicht auch noch bewusst an ausgewählten, öffentlichen Plätzen füttere. Doch es gebe Zeitgenossen, die sich auch von einem Fütterungsverbot völlig unbeeindruckt zeigten und renitent dagegen verstießen.

Taubenhäuser, so Dura, seien an sich ein durchaus bewährtes Mittel, um Tauben zu lokalisieren und dort auch zu überwachen, etwa auf Krankheitserreger. Hinzu komme, dass man dort durch Eiertausch die Nachwuchsrate steuern könne. In Keltern war das bestehende Taubenhaus auf Anraten eines privaten Experten errichtet worden, der zuvor bereits in Abstimmung mit der Gemeinde Neulingen eine solche Anlage in der Nähe des Ortsteils Göbrichen eingerichtet hatte. Die Rede ist von Roland Rogers, der dem Kelterner Gemeinderat das Projekt vorgestellt hatte, bevor es zur Errichtung des Taubenhauses bei Dietlingen gekommen war.