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Wo enden denn die 70 Meter? Am Ortsende in Niefern Richtung Öschelbronn gilt Tempo 30 bis zum Zebrastreifen bei der Straße zum Wohngebiet Zwerchsäckle.
Wo enden denn die 70 Meter? Am Ortsende in Niefern Richtung Öschelbronn gilt Tempo 30 bis zum Zebrastreifen bei der Straße zum Wohngebiet Zwerchsäckle.
Wo hören denn diese 100 Meter wohl auf? Wer in Niefern Richtung B10-Brücke fährt, muss bis zum Fußgängerüberweg beim Hotel „Krone“ die abgesenkte Geschwindigkeit einhalten. Fotos: Steinert
Wo hören denn diese 100 Meter wohl auf? Wer in Niefern Richtung B10-Brücke fährt, muss bis zum Fußgängerüberweg beim Hotel „Krone“ die abgesenkte Geschwindigkeit einhalten. Fotos: Steinert
18.04.2019

Tempo 30 statt 50 setzt sich in vielen Gemeinden durch

Niefern-Öschelbronn. Täglich Tausende Fahrzeuge in den Hauptstraßen der Orte im Enzkreis belasten Anwohner. Damit nicht mehr so viel Verkehrslärm zu den Wohnungen dringt, haben viele Gemeinden Aktionspläne beschlossen und Tempo 50 auf 30 Kilometer pro Stunde gesenkt.

In Niefern löste das freilich Proteste aus. Einwohner beschwerten sich über mehr Lärm und Gestank, weil Autofahrer nun länger in den Seitenstraßen standen, bis sie sich in die Schlangen auf der Hauptstraße einfädeln konnten. Hinzu kamen Beschwerden über die Standorte der Tempo-30-Schilder. Erik Schweickert, Vorsitzender der FW/FDP-Fraktion im Gemeinderat, sprach gar von einem Schildbürgerstreich. Bei den Zebrastreifen am Ortseingang und am Ausgang galten in der einen Richtung 30, in der anderen weiter 50 Stundenkilometer. Das Verkehrsamt des Enzkreises löste den Widerspruch schließlich mit einer Art auslaufendem Modell auf – jetzt gibt es zusätzlich genaue Angaben, wie viel Meter man Tempo 30 noch einhalten muss.

Vor dem Nieferner Ortsausgang Richtung Öschelbronn erfahren Autofahrer, dass sie nach 70 Metern wieder schneller sein dürfen. Und wer in der Ortsmitte Richtung B10-Kreuzung fährt, darf nach 100 Metern mehr Gas geben. Doch wie können Fahrer diese kurzen Entfernungen abschätzen? Jede Sekunde scharf auf den Tacho schauen? „Wir haben weiche Übergänge geschaffen, denn die Anwohner haben ja fast in der ganzen Ortsdurchfahrt ein Anrecht auf die niedrigere Geschwindigkeit“, verteidigt Oliver Müller als Leiter der Kreisverkehrsbehörde die ungewöhnliche Beschilderung. „Woanders funktioniert das auch“, so Müller.

Die PZ hat die Distanzen gemessen, nicht auf den Meter genau, aber mit Schrittlängen, etwa so, wie Fußballschiedsrichter für Freistöße den vorgeschriebenen Abstand der Abwehr von 9,15 Metern abschreiten und beintechnisch festlegen. Autofahrer können sich zwei Regeln einprägen: Am Ortsausgang nach Öschelbronn sollten sie erst nach dem Zebrastreifen bei der Querstraße Zwerchsäckle hochschalten, im Ortskern gilt Tempo 30 bis zum Fußgängerüberweg beim Hotel „Krone“.

Und das klappt laut Müller bisher auch ganz gut: „Wir haben schon mehrmals die Geschwindigkeiten auf der Hauptstraße gemessen, die Fahrer verhalten sich dort sehr moderat.“