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Für den musikalischen Schlusspunkt des Faust-Open-Air sorgt die John Random Band. 
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„Faust im Museumsuniversum“ lautet das Thema der von Anne von Linstow (Mitte) moderierten Talk-Runde, an der unter anderem Jeff Klotz (Römermuseum Remchingen) Dr. Denise Roth teilnehmen (Faust-Museum Knittlingen).  Fotos: Frommer 

Teuflische Faust-Museums-Fete: Open-Air-Veranstaltung zum mittlerweile 41. Geburtstag

Faust-Open Air mit facettenreicher Programmvielfalt: In Knittlingens historischer Altstadt zelebrierte das renommierte Faust-Museum am Samstagnachmittag und -abend ein außergewöhnlich buntes Event unter freiem Himmel. Ansprechendes gab es auf und vor der Bühne für jede Altersgruppe und für fast jeden Geschmack: Wissenschaftler verschiedener Sparten und Freunde des Museums standen in einer Talk-Runde der Moderatorin und Schauspielerin Anne von Linstow („Die Fallers“) Rede und Antwort.

Kinder freuten sich über die Aufführung der Freiburger Puppenbühne. Flammkuchen und Wein zählten zu den kulinarischen Optionen. Nachwuchs-Alchemisten und Magie-Begeisterte jeden Alters entführte der Chemiker Rainer Werthmann im Rahmen seines effektvollen Experimental-Vortrags ins imaginäre Labor des in Knittlingen geborenen „historischen Faust“ (1480 bis 1541). Dessen Leben gilt bekanntermaßen als historische Vorlage des Fauststoffs sowie von Goethes Faust-Tragödie.

Ein musikalisches Ausrufezeichen setzte die Stuttgarter John Random Band mit ihren Interpretationen faustischer Rock- und Pop-Songs wie „Sympathy For The Devil“ von den Stones oder „Hotel California“ von den Eagles. Mit einem Zitat von Oscar Wilde – „Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt hat Kultur. Für solche besteht noch Hoffnung“ – eröffnete Bürgermeister Heinz-Peter Hopp seine Begrüßung. Mit dem Hinweis: „Für uns alle ist das Faust-Open-Air eine ganz besondere Veranstaltung“, streifte er bewusst kurz die 20-monatige Corona-Zeit. Im PZ-Gespräch freute er sich, dass das Geburtshaus Johann Georg Fausts bis Ende 2022 „nutzungsneutral saniert“ sein wird und dass mit dem dynamischen Gastronomen Hagen Wetzel bereits ein Pächter gefunden werden konnte. „Entstehende Hotelzimmer zielen auf den mehrtägigen Tourismus“, sagte Heinz-Peter Hopp. Die Innenstadt will er wie Museums-Leiterin Dr. Denise Roth für ihre Bürger „populär und erlebbar“ machen. Teil ihrer enthusiastischen Laudatio zur Neugestaltung des Faust-Museums war auch ein Video-Clip, der in der aufgefrischten Ausstellung mit „zentral im Raum verorteten Exponaten“ und zweisprachiger Besucherführung blicken ließ.

„Faust im Museumsuniversum“ lautete das Thema der von Anne von Linstow moderierten Talk-Runde an der Dr. Alfred Reichenberger (stellvertretender Direktor des Landesmuseum Halle, Jeff Klotz (Römermuseum Remchingen), Dr. Jost Eickmeyer (Universität Hamburg), Professor Dr. Claus Priesner (München) und Dr. Joana van de Löcht (Universität Münster) teilnahmen. Die Expertenrunde beleuchtete Details des Fauststoffs wie das zentrale Thema des Teufelspakts, die von Goethe etablierte Gestalt des Gretchens und Dr. Denise Roths Pläne für ein künftiges Symposium zur Figur des Mephistos.

Eindrückliche Songs

Für den musikalischen Schlusspunkt des Faust-Open-Air sorgte die John Random Band: Joannis Tsakiris (Gesang), Vassilios Konstantinidis (Leadgitarre), Thomas Teegen (Rythmusgitarre), Markus Eckstein (Bass) und Kostas Matzios (Schlagzeug). Die Texte der handverlesenen faustischen Songs trug Anne von Linstow in deutscher Übersetzung vor.

Als Zugaben spielte die Band die Eigenkomposition „Bring Your Light Out“ und eine mit begeistertem Beifall aufgenommene Reprise von AC/DCs „Highway To Hell“.

Weitere Informationen im Internet unter www.faustmuseum.de