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Die Sanierungsarbeiten in der Bergstraße in Tiefenbronn-Mühlhausen sind Bestandteil der Prioritätenliste der Gemeinde. Foto: Tilo Keller
Die Sanierungsarbeiten in der Bergstraße in Tiefenbronn-Mühlhausen sind Bestandteil der Prioritätenliste der Gemeinde. Foto: Tilo Keller
09.11.2018

Teure Hausaufgaben im Tiefenbronner Boden

Tiefenbronn. Auf Tiefenbronn warten in den nächsten Jahren teure Aufgaben. Nach der Erfassung von Kanalzustand, Wasserrohrbrüchen und Straßenzustand ist eine Prioritätenliste entstanden, die geschätzte Kosten in Höhe von 13 Millionen Euro bedeuten würde. „Da muss man einfach schlucken“, sagte Bürgermeister Frank Spottek: „Wichtig ist, wie wir das eintakten.“

Für das kommende Jahr hat die Gemeinde zwei Maßnahmen eingeplant. Mit der neu zusammengestellten Liste sollen nun weitere Maßnahmen ab dem Jahr 2020 geplant werden. Im Gemeinderat wurde zunächst aber die aktuelle Zustandserfassung des Tiefbaus vorgestellt. Für die Ortsteile Lehningen und Mühlhausen sind derartige Untersuchungen und Priorisierungen bereits in früheren Gemeinderatssitzungen vorgestellt worden. Nun folgte der Ortsteil Tiefenbronn: Rund 15 Kilometer Kanal wurden mit der Kamera befahren. Rund 3,66 Millionen Euro setzte Manuel Wolke vom Büro Klinger und Partner für die Sanierung der Zustandsklassen an, die in das Sanierungskonzept aufgenommen wurden. Drei bis vier Gebiete müssten wohl in offener Bauweise saniert werden. Dazu gehöre die Johannesstraße, wo drei Haltungen in die schlechteste Zustandsklasse fallen. Frank Kömpf vom Büro Klinger und Partner lobt, dass die Kommune diese Zustandserfassung mit früheren Erfassungen von hydraulischen Kanalüberlastungen, Rohrbrüchen und Straßenzustand zusammen betrachtet. „Dass man das übereinanderlegt und eine Prioritätenlist aufstellt, das habe ich sonst in keiner Gemeinde“, so Kömpf anerkennend fest.

Für Lehningen wurden Maßnahmen in drei Straßen für rund 3,8 Millionen Euro auf der Prioritätenliste verzeichnet. In Mühlhausen sind drei Straßen mit Kosten in Höhe von 2,7 Millionen Euro aufgelistet. Für Tiefenbronn wurden mit den neuen Unterlagen gleich 13 Maßnahmen priorisiert, die sich auf 6,5 Millionen Euro summieren.

„Danke für die schockierende Nachricht, aber das ist das, was der Gemeinderat wollte“, sagte Gemeinderat Stefan Kunle (CDU) über das Zusammenführen der Zustandsberichte. Er plädierte dafür, die Maßnahmen relativ bald zu erledigen, wobei man auch andere Dinge, wie die Gemmingenhalle, nicht vergessen sollte. Fraktionskollege Peter Werner plädierte dafür, jedes Jahr Geld einzuplanen, um die Liste abzuarbeiten. Und Wolfgang Liebl, ebenfalls CDU, kritisierte, dass man zwei Jahre verschlafen habe. „Den Schuh ziehen wir uns nicht an, wir machen das, was der Gemeinderat einfordert“, entgegnete Bürgermeister Frank Spottek. Liebl forderte außerdem, den Planungsbüros Fristen zu setzen.

Bauamtsleiterin Manuela Krentzel hob hervor, dass die Planungsaufträge für zwei Maßnahmen in Mühlhausen und in Lehningen bereits im Februar beauftragt worden sind, um im Jahr 2019 zur Ausführung zu kommen. Die Ausschreibung soll jetzt im Winter erfolgen. Den Gemeinderäten lagen die Vorplanungen für die Sanierungsarbeiten in der Bergstraße in Mühlhausen und der Talstraße in Lehningen vor. Die Kostenschätzung für Kanalauswechslung, Wasserleitungserneuerung und Straßenbau in der Bergstraße liegt bei 468.000 Euro. Die Maßnahmen in der Talstraße wurden in drei Varianten vorgestellt. Das Gremium plädierte für einen Vollausbau für knapp 2 Millionen Euro.