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Ein Koffer voller Geld: Erna, Rudi, Olga und Paula – und natürlich das Gespenst Max sind sprachlos vor Staunen. Foto: Gegenheimer
Ein Koffer voller Geld: Erna, Rudi, Olga und Paula – und natürlich das Gespenst Max sind sprachlos vor Staunen. Foto: Gegenheimer
13.01.2019

Theater in Ottenhausen: Runder Krimi mit Gespenstereinlage

Straubenhardt-Ottenhausen. Mit geistlichem und „geist“-igem Beistand unterhielt die Theatergruppe des TV Ottenhausen zwei Abende lang eine volle Halle und präsentierte mit dem Dreiakter „Von allen Geistern verlassen“ eine Krimikomödie, in deren Mittelpunkt die resolute Erna (Ulrike Kouba) und ihre Schwester Olga (Andrea Hörger) stehen.

Letztere verdient die Brötchen für das Duo als Wahrsagerin „Madame Ozeana“ mit lukrativen wie zweifelhaften Praktiken, liegt doch die Zukunft in ihrer Glaskugel nicht unbedingt „verhüllt in Nebelschwaden“, sondern eher verhüllt von den „Fettfingern von Rudi“.

Der tölpelhafte „Helfer im Haus“ (Michael Bachmann) liefert die Spezialeffekte zu Olgas Séancen mit Licht und Donnergrollen. So auch bei der unbedarften Stammkundin und Bürgermeistersgattin Frau Sonntag (Sabine Seib). Leider läuft dann was schief, und mit einem Knall erscheint Max (Horst Merkle), echtes Gespenst aus dem Jenseits, mit hallender Stimme und noch dröhnenderem Gelächter. Was Olga in Angst und Schrecken versetzt, sehen leider nur sie und Erna, und damit beginnt eine kurzweilige Scharade. Wie Max wieder loswerden? Pfarrer Fromm (Frank Bürkle), der leutselig Schafe für sein „schönes Weideland“ Ottenhausen sucht, „improvisiert“ mit Segen statt Exorzismus – leider erfolglos. Als Plastiktüten-Penner-Paula (Franka Stuppe) auftaucht, kommt Licht ins gespenstische Dunkel: Max war ihr Freund und kann erst Ruhe finden, wenn sein Mord aufgeklärt ist. Nach Rudis Fund von Geld und Bürgermeisterplakat im Schuppen wird eine Spezial-Séance für das Bürgermeisterehepaar vorbereitet. Der Übeltäter (Rainer Lutzi) gesteht, keine weiße Weste zu haben, auch wenn das mit dem Kommentar seiner Ehefrau „Ja, er trägt dunkle Anzüge!“ nicht unbedingt was zu tun hat. Das Rätsel ist ge- und Gespenst Max erlöst.

Unter viel Applaus und niederregnenden Rosen überreichte TVO-Vorsitzende Anette Bürkle einen „Oskar für das Lebenswerk“ an Regisseurin Hannelore Bürkle, die stolze 40 Jahre in der Theatergruppe tätig ist.