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Die ins Auge gefassten Windräder in Schömberg liegen noch in weiter Ferne, trotzdem sorgt das Thema immer wieder für Wirbel. Foto: dpa-archiv
Die ins Auge gefassten Windräder in Schömberg liegen noch in weiter Ferne, trotzdem sorgt das Thema immer wieder für Wirbel. Foto: dpa-archiv
31.05.2017

Thema Windenergie in Schömberg dreht sich im Kreis

Schömberg. Das Thema Windenergie sorgt in Schömberg weiterhin für kontroverse Diskussionen. Dies wurde bei der jüngsten Sitzung des Schömberger Gemeinderats deutlich, als sich im Rahmen der Bürgerfragestunde sowohl Christina Keppler als eine Vertreterin der Bürgerinitiative „Pro Windkraft“, wie auch Reiner Keppler von der Initiative „Abstand zur Windkraft“ zu Wort meldeten, bevor der Gemeinderat über die Fortschreibung der Fachgutachten für den Teilflächennutzungsplan (TeilFNP) Windenergie und die erneute Offenlegung des Planes diskutierten und entschieden.

Während die Initiative „Pro Windkraft“ – wie die SPD-Ratsfraktion – gegen die Einholung weiterer Gutachten und das schnelle Vorantreiben der Verabschiedung des TeilFNP ist, ist die Initiative „Abstand zur Windkraft“ und die Mehrheit des Schömberger Ratsgremiums der Auffassung, dass es richtig und sinnvoll ist, weitere Gutachten einzuholen. Zum Beispiel auch eine Sichtbarkeitsanalyse, selbst wenn der Gemeinde dadurch neue Kosten entstehen.

Mit zehn zu sechs Stimmen fiel daher auch die Entscheidung, die Gutachten für den TeilFNP fortzuschreiben, eine Sichtbarkeitsanalyse erstellen zu lassen und die vorliegenden Gutachten auf deren Schlüssigkeit hin nochmals durch ein externes Büro untersuchen zu lassen.

Diese in den öffentlichen Sitzungsvorlagen angekündigte Vorgehen brachte Helmut Andrä schon vor der Sitzung in Rage: man könne doch nicht ständig alle Gutachten nochmals begutachten, kritisierte er in der Bürgerfragestunde, da werde das Verfahren langsam aber sicher ad absurdum geführt.

Dem entgegen sollen nun – so der jüngste Beschluss – auch über die Fortschreibung hinaus weitere Fragen beispielsweise zum Thema behördlicher und privater Richtfunk geklärt werden, es soll über die Möglichkeit einer Konzentrationszone für die Bereiche Hengstberg und Langenbrander Höhe für Windkraftanlagen beraten werden und zudem sollen die Büros Bioplan und Gerhardt.Stadtplaner.Architekten mit dem Entwurf eines Umweltberichtes und eines sachlichen Teilflächennutzungsplans Windenergie beauftragt werden.

Schließlich sollen im Zuge einer erneuten Offenlegung nochmals die Behörden und Träger öffentlicher Belange gehört werden. Andreas Ehnis (CDU) findet – wie die Mehrheit des Gremiums – genau dieses Vorgehen richtig, wie er betonte. „Ich begrüße es, dass wir seither recht ordentlich geschafft haben“, meinte er und mochte auch den Vorwurf, man habe zu viel Geld ausgegeben, nicht so hinnehmen. „Ich möchte hier Herrn Ackermann nicht das Wort reden“, so Ehnis, „aber wir reden hier über Peanuts“, so der CDU-Gemeinderat.

Darüber, dass das bestehende Windrad in Langenbrand zum 31. Dezember 2018 abgeschaltet werden soll, wie Roland Helber in der Sitzung sagte, hatten Bürgermeister Matthias Leyn und die Verwaltung keine Kenntnisse. Leyn will sich schnellstmöglich über den aktuellen Stand informieren.