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Tiefenbronns Gewerbegebiet Ost wird entlang der der Leonberger Straße erweitert. Die eingezeichnete Fläche hat keinen Anspruch auf Exaktheit. Foto: Meyer
Tiefenbronns Gewerbegebiet Ost wird entlang der der Leonberger Straße erweitert. Die eingezeichnete Fläche hat keinen Anspruch auf Exaktheit. Foto: Meyer
25.03.2019

Tiefenbronn baut auf die Zukunft: Gemeinderat beschließt Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete

Tiefenbronn. Dem Wachstum des Ortes hat der Tiefenbronner Gemeinderat in seiner Sitzung am Freitagabend den Weg geebnet. Sowohl neue Flächen für Gewerbe als auch für Wohnraum sollen nach über zehn Jahren wieder ausgewiesen werden. Der Flächennutzungsplan (FNP) ist entsprechend geändert worden. Frei von Diskussionen gingen die Vorlagen dennoch nicht über den Ratstisch.

Neues Wohngebiet: Zwei Flächen sind nach vorangegangenen Gesprächen besonders in den Fokus gerückt: das Gebiet Finkenhütte (4,9 Hektar) am nördlichen Ortsausgang zwischen Seehausstraße und Sportanlage in Tiefenbronn und das Gebiet Obere Steig im Nordwesten von Mühlhausen (1,9 Hektar) zwischen Auf der Steig und dem Baugebiet Bühner. Die Verwaltung favorisierte das Gebiet Obere Steig. Zum einen sei im Ortsteil Mühlhausen am längsten nicht erweitert worden. Zudem habe ein Gutachten im Bereich Finkenhütte neben Fledermäusen auch den Wiesenknopf-Ameisenbläuling nachgewiesen. Dass dieser Schmetterling zu jahrelangen Verzögerungen führen kann, haben die Nachbarn aus Neuhausen schmerzlich erfahren.

Hauptamtsleiterin Manuela Krentzel stellte verschiedene Entwicklungsverfahren vor – darunter auch die Erschließung von ganz anderen gebieten am Ortsrand, die nach neuer Gesetzeslage außerhalb des FNP erschlossen werden könnten. Spottek machte deutlich, dass man die Flächen innerhalb des geregelten Bereichs aber priorisiere.

Der Gemeinderat stimmte der Ausweisung eines neuen Wohngebiets im Bereich Obere Steig schließlich bei zwei Enthaltungen und drei Gegenstimmen der LMU mehrheitlich zu und beauftragte die Verwaltung, nächste Schritte einzuleiten, um einen Erschließungsträger zu finden. Voraus gingen jedoch eine lebhafte Diskussion und ein außerplanmäßiger Grundsatzbeschluss, ob man denn überhaupt ein neues Wohngebiet will – allein Ihno Stähle (LMU) stimmte dagegen.

Neue Flächen sind nötig, obwohl es in der Gemeinde mehr als hundert Baulücken gibt. Diese sind allerdings in privater Hand – und die Eigentümer wollen weder bauen noch verkaufen. Um dies in Zukunft zu vermeiden, soll im neuen Wohngebiet eine Bauverpflichtung gelten.

Neues Gewerbegebiet: Das Gewerbegebiet Ost an der Leonberger Straße in Tiefenbronn kann um 10,6 Hektar nach Osten (Richtung Heimsheim) erweitert werden. Der Gemeinderat stimmte der Erweiterung in einem Grundsatzbeschluss einstimmig zu. Ansässige Betriebe hatten Erweiterungsbedarf angemeldet. Ganz so rosig sind die Aussichten aber laut Rebecca Klein von der LBBW Immobilien-Kommunalentwicklung nicht, die eine grobe Kostenschätzung und Wirtschaftlichkeitsstudie vorgenommen hatte. Auch wenn die Rechnung noch viele Fragezeichen beinhaltet – klar ist schon jetzt: Es wird teuer, auch weil wohl eine äußere Erschließung nötig ist. Kleins Ergebnis: Gesamtkosten von mehr als 15,2 Millionen Euro bei einer Erschließung in einem Zug. Bei einem geschätzten Verkaufspreis von Hundert Euro pro Quadratmeter bliebe ein Minus von sechs Millionen. Eine Null stünde erst bei 170 Euro pro Quadratmeter.