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Zu den Enzkreis-Kommunen, die trotz Corona-Krise im Gemeindehaushalt erst einmal keine großen Kürzungen vorgenommen haben, zählt auch Tiefenbronn.  Foto: dpa-Archiv/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild 

Tiefenbronn hat trotz Krise viel vor – behält die Finanzen aber im Blick

Tiefenbronn. Zu den Enzkreis-Kommunen, die trotz Corona-Krise im Gemeindehaushalt erst einmal keine großen Kürzungen vorgenommen haben, zählt auch Tiefenbronn. Anfang April hatte Bürgermeister Frank Spottek den Etat der Bietgemeinde per Eilentscheidung beschlossen. Mit dem einmütigen Segen der Gemeinderatsfraktionen, deren Blick auf die Haushaltszahlen er per Videokonferenz mit den Fraktionsvorsitzenden besprochen hatte. Die vielerorts mit großen Sorgen betrachteten Gewerbesteuereinnahmen hat die Gemeinde auf dem bereits im Dezember abgestimmten Niveau belassen.

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Tiefenbronn plant weiterhin mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro. Dieser Ansatz war noch Ende Januar im Gemeinderat kontrovers diskutiert worden – damals schon unter dem Eindruck der sich abzeichnenden Krise durch das Coronavirus.

Keine Signale für enormen Einbruch

Die Gemeinde, die aus einem Jahr 2019 mit Rekordeinnahmen aus der Gewerbesteuer von fast 2,5 Millionen Euro kommt, hatte den Ansatz nach dem Maßstab der bereits geleisteten Vorauszahlungen gewählt. Und derzeit, sagt Bürgermeister Spottek auf Anfrage, hat sich daran bis heute kaum etwas verändert. „Wir haben noch keine Signale für enorme Einbrüche wie andere Kommunen“, sagt er. Zuletzt standen die Zeichen immer noch auf Einnahmen von rund 1,7 Millionen Euro.

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Trotzdem hat der Rathauschef die Öffentlichkeit schon darauf eingestimmt, welche Unwägbarkeiten die Krise mit sich bringt. Man behalte die Entwicklung genau im Blick, werde den Gemeinderat ständig über Zwischenberichte zu den Finanzen auf dem Laufenden halten. Zur Not müsse man mit einem Nachtragshaushalt reagieren.

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Im beschlossenen Etat stehen Investitionen in Höhe von satten 9,2 Millionen Euro. Doch dabei sind wichtige Ausgabenbrocken für Projekte, die längst auf dem Weg sind. Der Neubau des Tiefenbronner Kindergartens zum Beispiel läuft schon längst.

Investition, die Geld zurückbringt

Damit es da nicht zu einem Bruch kommt, hat Spottek ebenfalls Anfang April per Eilentscheidung Arbeiten vergeben, die bereits stark mit dem Innenausbau zu tun haben: Schreiner, Parkettboden, Schlosser, Maler oder Fliesenleger. Die Sanierung der Lucas-Moser-Grundschule stand auch schon im Etat 2019. Finanzielle Schusspunkte werden unter die Ausbauten von Bergstraße in Mühlhausen und Talstraße in Lehningen gesetzt. Und neben weiteren Sanierungen in der Schauinsland- und der Mühlstraße ist eine weitere prägende Investition eigentlich eine Geldanlage: die Beteiligung Tiefenbronns mit 1,6 Millionen Euro an der Netze BW soll ordentlich Geld einbringen.

Alexander Heilemann

Alexander Heilemann

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