nach oben
In voller Pracht ließ sich die Schlange ablichten.
In voller Pracht ließ sich die Schlange ablichten.
Etwa einen Meter misst die Ringelnatter, die mehrfach am Forcheneck gesichtet wurde. Fotos: Privat
Etwa einen Meter misst die Ringelnatter, die mehrfach am Forcheneck gesichtet wurde. Fotos: Privat
10.07.2013

Tiefenbronner Feuerwehr jagt Schlange - Ringelnatter zurück im Wald

Tiefenbronn. Eine Schlange sorgt für Aufregung in Tiefenbronn. Um genau zu sein: Eine Ringelnatter mit der durchaus beachtlichen Größe von etwa einem Meter. Schon drei Mal musste die Feuerwehr ausrücken, weil besorgte Bürger Schlangen-Alarm gegeben hatten. „Aber wir haben die Natter nie zu Gesicht bekommen“, erzählt Abteilungskommandant Simon Jost.

Nur als er sich bei einem Alarm alleine auf die Pirsch machte, habe er sie noch kurz gesehen. Bei den anderen Einsätzen hatte sich das scheue Tier schon aus dem Staub geschlängelt, als die Feuerwehr kam.

Die Schlange scheint das Gebiet um den neuen Fußballplatz Forcheneck zu ihrem Lieblingsplätzchen auserkoren zu haben. Dort wurde sie jedes Mal gesichtet – auf dem Spielplatz und auf dem Sportplatz. Auch einem Mann, der mit seinem Hund unterwegs war, fiel sie auf. Sie blieb immerhin so lange, dass man Schnappschüsse von ihr machen konnte, die sie in voller Pracht zeigen. Und sie sorgte für jede Menge Gesprächsstoff, wie der Wirt der Sportgaststätte erzählt. „Das erste Mal haben Kinder sie auf dem Spielplatz entdeckt“, erinnert sich Dimitrios Koutsoudopoulos – man kann sich die Aufregung vorstellen. Ein anderes Mal platzte sie mitten in ein Fußballspiel, erzählt Pari Koutsoudopoulos, der Sohn des Wirts. Der Musikverein Mühlhausen und ein befreundeter Musikverein aus Italien liefen zum Freundschaftsspiel auf dem Rasen auf. Plötzlich entdeckten die Zuschauer hinter dem Tor die Schlange. „Da liefen jede Menge Leute aufs Feld, um sich das Tier anzuschauen und Fotos zu machen“, so der 27-Jährige.

Der Torwart aus Mühlhausen meinte, es handle sich um eine harmlose Ringelnatter – aber am Spielfeldrand konnte sie nicht bleiben. Also holte der Sohn des Wirtes einen Eimer, die Schlange wurde vorsichtig hinein befördert und er brachte sie in den Wald. Angst vor dem Tier hatte er nicht: Schließlich war der 27-Jährige ein Jahr in Australien unterwegs und hat dort auch auf Feldern gearbeitet. „Da wimmelt es nur so von Schlangen – und die meisten sind giftig.“ Wenn man kräftig stampfe, würden die Tiere sich verziehen.

Diesen Tipp gibt auch Förster Carsten Schwarz vom Pforzheimer Wildpark. Man könne die Schlangen auch mit einem Stock vertreiben, ergänzt er. Generell setzen sich Ringelnattern durchaus zur Wehr, wenn man ihnen zu dicht auf die Pelle rückt, so Schwarz. „Sie fauchen, wenn sie sich bedroht fühlen – und sie fangen an, bestialisch zu stinken.“ Aber damit sei ihr Droh-Repertoire auch schon erschöpft. In äußerst seltenen Fällen könne es zwar zu einer Attacke kommen. Aber eine Ringelnatter ist ungiftig und ihr Biss bleibe deshalb ohne Folgen.

Wie der Förster erzählt, halten sich Nattern oft in der Nähe von Gewässern oder in feuchten Gegenden auf. Im Sommer kommen sie dann heraus, um sich in der Sonne aufzuwärmen. Auf einen warmen Stein legen sie sich gerne, oder auch auf eine asphaltierte Straße. „Deshalb werden Schlangen häufig überfahren“, so Schwarz. Von diesem Schicksal bleibt die Ringelnatter vom Forcheneck hoffentlich verschont.

Leserkommentare (0)