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Schaurig: Die neue Zunftgruppe „Dorfdira“ hatte ihre Premiere. Foto: Fux
Junge Profis: Die Grün-Weiß-Spatzen bei der Prunksitzung in Tiefenbronn. Foto: Fux
Neuer Schmellenprinz: Philipp I. Foto: Fux
15.11.2015

Tiefenbronner Narren trumpfen bei zwei Prunksitzungen auf

Beim Tiefenbronner Carnevalsverein (TCV) ist es ein gut gehütetes Geheimnis, wer der Prinz der neuen Kampagne wird: Philipp I. (Pfeffinger) hielt sogar vor seiner Mutter dicht, die bei der Proklamationssitzung ahnungslos in der ausverkauften Gemmingenhalle saß und ihren Augen kaum traute. Denn nach einem schaurig-spektakulären Auftritt der neu gegründeten Zunftgruppe der „Dorfdira“, wo Pfeffinger Mitglied ist, stand ein strahlender Prinz Philipp I. auf der Bühne.

Bildergalerie: Närrischer Spaß bei den Prunksitzungen des Tiefenbronner Carnevalsvereins

Das Prinzen-Gen wurde ihm vererbt: Auch sein Vater und seine Onkel saßen auf dem Thron. „TCV Schmellenprinz zu werden, ist für mich das Schönste auf Erden“, sagte die frisch gekrönte Hoheit begeistert, der als Butler früher die Bühne fegte, sich Lorbeeren in der Bütt oder beim Männerballett verdiente. Nun führt Philipp als Prinz die Kampagne 2015/16 an.

Zur Tiefenbronner Fastnacht gehört aber nicht nur ein charmanter Prinz, sondern es sind die Büttenreden, gewürzt mit Gesang, Show-Einlagen und auch Tänze, die in den Bann ziehen. Besser als die von Michael Göllnitz, als „Flüchtling aus Hessen“, der nun schon seit zehn Jahren in der Bietgemeinde lebt, kann eine Büttenrede kaum sein. Denn der Hesse schafft aktuelle, aber nicht peinliche Bezüge, nimmt den heimischen Dialekt wie auch hiesige Gewohnheiten aufs Korn und setzt seinem Vortrag als i-Tüpfelchen noch eine gesangliche Liebeserklärung an Tiefenbronn obendrauf. Auch Steffen Maurer begeistert als erster Tiefenbronner Winzer mit einem Liedchen auf den Lippen.

Ganz viele Ohrwürmer aus dem Schlager- und Popbereich hat die Musik- und Gesangsgruppe „Live ist live“ auf ihrer bunten und toll inszenierten Urlaubsreise im Gepäck. Dass live gesungen wird, ist für die Truppe um „Flugkapitän“ Bernd Lachenmaier, der mit „Über den Wolken“ startete, Programm. Lachenmaier feierte in der Sitzung sein 50-jähriges Bühnenjubiläum und möchte sich nun, wie Präsident Fabian Gall verkündete, zurückziehen. Auch beim Männerballett, in der Rolle der Babys, blieb kein Auge trocken. Gesichert ist ebenso der Narrensamen, ob beim Kinderballett mit dem süßen Auftritt der „Hexen von Oz“ oder mit Marlen Etzel als junges Talent in der Bütt, die ihren Vater als Elferrat auf die Schippe nahm.

Zu den alten Hasen in der Bütt gehören die Tiefenbronner Fastnachtsurgesteine Günther Kohler und Michael Rau (Raule). Beide beherrschen ihr spitzzüngiges Handwerk, denn sie sind Meister des Worts. Gelenkig präsentierte sich das Tanzmariechen Juliane Conle, das mit ihrem Kosakenchor für einen Hingucker sorgte.

Den liefert auch der Prinzennachwuchs als flippige Jamaikaner, die „Grün-Weiß-Spatzen“ oder die Prinzengarde. Ab geht die Post beim Ballett im Outfit der Punks oder auch bei der Pink-Garde, die in Salon-Kleidern und als Cowboys Westernstimmung aufkommen lässt. „Hier in Tiefenbronn ist die Stimmung toll, die Halle bebt, dein Glas ist voll“, besser könnte es der Finale-Song des TCV zum Ende zweier ausverkaufter Proklamationssitzungen nicht ausdrücken.