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Geschichte schreiben in historischer Kulisse: Welche innovativen Projekte 2019 anstehen, um Bad Wildbad zukunftsfähig zu machen, erfahren gut 250 Besucher beim Neujahrsempfang der Stadt im Kursaal. Thomas Meyer/Gabriele Meyer (4)
Geschichte schreiben in historischer Kulisse: Welche innovativen Projekte 2019 anstehen, um Bad Wildbad zukunftsfähig zu machen, erfahren gut 250 Besucher beim Neujahrsempfang der Stadt im Kursaal. Thomas Meyer/Gabriele Meyer (4)
20.01.2019

Tiefer Einblick in Stadtpläne bei Neujahrsempfang in Bad Wildbad

Pforzheim. Uns gehen die Ideen nicht aus,“ stellte Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack gleich zu Beginn seiner Rede beim Neujahrsempfang im Kursaal fest. Und der Rathauschef legte gleich eine ganze Liste von Vorhaben vor, die die Stadt auch im neuen Jahr weiter voranbringen sollen.

Aus dem von der Gesundheitsreform gebeutelten Kurort ist mit Baumwipfelpfad und Hängebrücke Wild Line ein Tourismusmagnet geworden. Der aber hat, das machte Mack deutlich, längst nicht alle Potenziale ausgeschöpft.

Millionenprojekt Kabinenbahn

So ist eines der Ziele Macks die Erschließung des Sommerbergs über eine zweite Anbindung vom Parkplatz Marienruhe aus. Eine Attraktion wie eine schienengeführte Waldrodelbahn könnte Anreiz für mögliche Investoren bilden – Kabinenbahn mit Talstation Marienruhe und Bergstation am Auchhalder Kopf inbegriffen. „Es ist technisch möglich“, machte der Rathauschef die Realisierbarkeit des Millionenprojekts deutlich. Ganz konkret steht bereits fest, dass die Erlebnisakademie einen Waldspielplatz am Baumwipfelpfad bauen wird, die Eröffnung ist Anfang des Sommers geplant.

Aus Tages- Übernachtungsgäste zu machen, ist erklärtes Ziel. Dazu, so Mack, sollen weitere neue Übernachtungsformen umgesetzt werden – etwa ein Baumhaus oder Glamping-Resort auf dem Sommerberg. Die Hoteliers forderte er auf, passende Angebote für die Bedürfnisse der Gäste zu machen: „Wer allen alles bietet, der wird nicht weiterkommen“.

In seiner Rede verwies Mack auch auf Bad Wildbads Tradition als Gesundheitsstandort, wo gegenwärtig der Neubau der Heinrich-Sommer-Klinik auf dem ehemaligen Windhof-Grundstück geprüft werde. Ins Visier nahm Mack die Kreiskliniken, deren Defizite die Stadt jährlich mit 400 000 Euro belasteten: „Es kann nicht sein, dass wir vor Ort die Zeche bezahlen und für die Aufgaben daheim kein Geld mehr übrig ist“.

Mit dem Landkreis will Mack die Zahl fehlender Pflegeplätze prüfen und ein Wohnprojekt mit bis zu 50 Plätzen für behinderte Menschen realisieren – ein Partner ist mit der Johannes Diakonie in Mosbach bereits gefunden. Auch mit der „Kinderstadt Bad Wildbad“ will Mack vorangehen, Neubau der Mensa an der Fünf-Täler-Schule und Sanierung des Realschulgebäudes in Calmbach mit rund neun Millionen Kosten stehen an – ohne Zuschüsse wird das nicht gehen. Die Schwierigkeit: „Bad Wildbad gilt in den Listen des Bundes als finanzstark, Stuttgart als finanzschwach. Das versteht kein Mensch.“

Mögliche strukturelle Neuausrichtungen sieht der Bürgermeister bei der Frage nach den Varianten für das Feuerwehrhaus – die Sanierung in Calmbach oder Ergänzung in Bad Wildbad soll gutachterlich überprüft und offen diskutiert werden. Auch das Kartellrechtsverfahren im Forstbereich birgt zwei Varianten – Zusammenarbeit mit dem Landkreis auf neuer Basis oder eine eigene Stadtwaldabteilung im Rathaus, wobei Mack offensichtlich zu letzterem tendiert. Die Erhaltung des Freibads in Calmbach ist ein Thema, ebenso wie die Verlagerung der Vitaltherme in das neue Eberhardsbad: „Wir stehen in intensiven Gesprächen mit dem Finanzministerium“. Dann sei der Weg frei, das Grundstück Vitaltherme für ein Hotel auszuschreiben.

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