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Auf den Routen der Reiter findet man die Hinterlassenschaft der Tiere. Fotos: Seibel
Auf den Routen der Reiter findet man die Hinterlassenschaft der Tiere. Fotos: Seibel
Rund 80 Tiere sind im Pferdehof untergebracht.
Rund 80 Tiere sind im Pferdehof untergebracht.
15.12.2016

Tierischer Zankapfel: In Langenbrand ärgern sich Spaziergänger über Pferdeäpfel

Veräppelt fühlt sich so mancher, der auf den Langenbrander Waldwegen unterwegs ist – und das ist ganz wörtlich zu nehmen. Denn dort liegen zahlreiche Pferdeäpfel und vergällen einigen Spaziergängern die Lust am Laufen.

Inzwischen hat sich um die tierischen Hinterlassenschaften ein aufgebrachter Streit entwickelt. Im Zentrum steht der Pferdehof Bohnenberger, in dem rund 80 Pferde untergestellt sind. Ortsvorsteher und Bürgermeister versuchen zwar, die Wogen zu glätten, bisher aber ohne großen Erfolg. Um die Dimension zu verdeutlichen: Ein Jogger hat auf seiner fünf Kilometer langen Runde insgesamt 140 Haufen gezählt. Die Kritiker beklagen sich über mangelnde Rücksichtnahme der Reiter, die den Wald für ihre Ausritte nutzen. Die Pferdeäpfel würden einfach liegengelassen. Das sei eine Ordnungswidrigkeit, denn schließlich müsse jeder seine Abfälle entfernen – das gelte auch für Tierkot. Der Pferdemist berge zudem eine Unfallgefahr, heißt es weiter. Man merkt: Das Problem stinkt den Leuten gewaltig.

Carmen und Wilfried Bohnenberger vom Reiterhof betonen, dass sie einiges für die Sauberkeit der Wege tun. Einmal pro Woche würden alle Haufen per Maschine eingesammelt. Die Wege öfter zu reinigen, sei nicht machbar. Außerdem würden sie alle Reiter anhalten, beim Ausritt zunächst auf dem eigenen Weg hinter der Reithalle zu bleiben, damit das Pferd möglichst schon dort äpfelt. Seien die Reiter erstmal unterwegs, gebe es kaum noch eine Möglichkeit, die Hinterlassenschaften zu beseitigen. Einfach abzusteigen sei leichter gesagt als getan, so Carmen Bohnenberger. „Denn es ist schwierig, ohne Hilfe wieder aufs Pferd zu kommen. Schließlich haben wir auch einige ältere Reiter.“ Wilfried Bohnenberger bedauert, dass die Stimmung mittlerweile so aufgeheizt ist. Ein Beispiel: Kürzlich hätten Pferde vor ein Haus geäpfelt. Die betroffenen Bewohner hätten den Mist kurzerhand in einem Eimer gesammelt und bei ihm vors Haus gekippt. „Dabei stammten die Reiter gar nicht aus unserem Stall, sondern aus Grunbach“, hat er in Erfahrung gebracht. Das Ehepaar verweist darauf, dass man schließlich auf dem Land lebe: Da sei eben nicht alles klinisch rein. Außerdem gelten Pferdeäpfel als guter Dünger und seien nicht mit Hundekot vergleichbar.

Bürgermeister Matthias Leyn und Ortsvorsteher Siegfried Wankmüller hoffen, dass die Wogen sich wieder glätten. Wenn beide Seiten sich bemühten, könne man sicher aufeinander zugehen, sind sie überzeugt.

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