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Fuchs auf der Pirsch: Auch im Enzkreis werden immer mehr der Tiere entdeckt, die an der für alle Hundeartigen hoch ansteckenden Staupe leiden. Foto: dpa
Fuchs auf der Pirsch: Auch im Enzkreis werden immer mehr der Tiere entdeckt, die an der für alle Hundeartigen hoch ansteckenden Staupe leiden. Foto: dpa
07.07.2016

Tierseuche: Staupe auch für Hunde gefährlich

Bei Füchsen greift die Staupe von Süden her im Enzkreis um sich. Jäger und Veterinäre mahnen Hundehalter, ihre Tiere impfen zu lassen.

„Die Füchse sehen furchtbar aus“, sagt der Birkenfelder Matthias Jäck. Der Jäger sieht derzeit immer wieder Füchse, die teilweise an mehr als einer Krankheit leiden. Verdächtiger Nummer eins ist die Staupe, eine Viruserkrankung, die seit dem Frühjahr im Enzkreis auf dem Vormarsch ist. Seit die Seuche an Füchsen bei Tiefenbronn entdeckt wurde, kommen mittlerweile Meldungen auch aus Engelsbrand und eben Birkenfeld.

Kreisveterinäramtsleiter Dr. Ulrich Dura vergleicht die Ausbreitung mit einer Gewitterfront, „die vom Kreis Böblingen nach Westen zieht.“ Und die dadurch geschwächten Tiere sind auch für andere Leiden anfällig – tragen Lungenwürmer in sich oder die Räude. Viele Tiere würden qualvoll verenden, so Dura. Und: Die Seuche kann für Hunde hochansteckend sein, wenn deren Impfschutz nicht komplett ist.

Matthias Jäck ist besorgt: „Meine Jagdhunde sind ja geschützt, aber viele Hundehalter sind heute unvorsichtig bei den Impfungen für ihre Tiere.“ Diesen Eindruck teilt Dura. Schon im April war das Veterinäramt deshalb mit einer Warnung an die Öffentlichkeit gegangen. Bislang sei zwar nur bei einem Hund aus dem Raum Pforzheim ein Lungenwurm diagnostiziert worden, aber das Infektionsrisiko sei groß.

Derzeit hofft die Behörde noch auf ein vollständigeres Bild über die Verbreitung der Krankheit unter Füchsen und anderen Hundeartigen wie Dachsen und Mardern. Das Kreisjagdamt habe dafür die kranken Wildtiere auf Drängen der Jäger schon jetzt zum Abschuss freigegeben, so Kreisjägermeister Dieter Krail. Eigentlich dürften Füchse erst wieder ab dem 1. August gejagt werden. Aber viele Tiere leiden stark, sagen Krail und Veterinär Dura. Um Gewissheit zu haben, woran kranke Tiere wirklich gelitten haben, bringen die Jäger tote Füchse zum Beispiel nach Karlsruhe oder Stuttgart ins jeweilige Chemische und Veterinäruntersuchungsamt. Die Spezialisten können den Verdacht auf Staupe dann entweder bestätigen oder verwerfen.

Zuletzt gab es immer wieder die Bestätigung. Die Kreisveterinäre sind derzeit besonders gespannt auf Untersuchungen von Füchsen aus dem Bereich Straubenhardt, Neuenbürg und Keltern, so Dr. Dura. So wollen sie erfahren, wie sich die Seuche ausbreitet. Er habe den Eindruck, als sei derzeit nur die A 8 eine wirksame Grenze. Dort, wo sich die Fernstraße durch die Landschaft schneidet, seien noch keine kranken Tiere weitergekommen, um die Viren weiterzutragen.