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05.02.2010

Tod auf der Loipe - Gleich zwei Rettungseinsätze in Dobel

DOBEL.  Ein 72-Jähriger starb am Donnerstagnachmittag in einer Loipe auf dem Dobel vermutlich an einer Lungenembolie. Rettungskräfte konnten dem Langläufer trotz Reanimations-Versuchen nicht mehr helfen. Fast zeitgleich brach sich ein 66-jähriger Wintersportler rund fünf Kilometer entfernt die Schulter.

Carsten Weiß, Leiter des Bergrettungsdienstes der Bergwacht Dobel, war mit dem Rettungsteam einer der ersten am Unfallort am Dreimarkstein, wo der 72-Jährige leblos auf dem Rücken auf seinen Skiern lag: „Aufgrund von Sauerstoffmangel war er bläulich gefärbt“, erinnert sich Weiß.

Eine Ärztin hatte den Mann zufällig einige Minuten zuvor beim Spazierengehen bewusstlos im Schnee gefunden, den Notarzt gerufen und versucht, den Verunglückten zu reanimieren. Das setzten die Retter vor Ort noch über eine Stunde fort – doch vergeblich: Der Langläufer starb im Rettungswagen. Nach PZ-Informationen waren er und seine Lebensgefährtin aus Bietigheim angereist, weil sie in der Waldklinik in Behandlung war. „Der Tote war sehr modern ausgestattet und hatte warme Kleidung an“, sagt Weiß. An der Ausrüstung habe es demnach auf den ersten Blick nicht gelegen. Daher vermutet Weiß, dass sich der 72-Jährige wohl übernommen hat. Calws Polizeisprecher Winfried König spricht von einer Lungenembolie als Todesursache.

Noch während die Sanitäter um das Leben des Mannes kämpften, passierte der zweite Unfall: Wieder ein Langläufer, wieder auf dem Dobel. Ein 66-Jähriger hatte sich am Waldhäusle die Schulter gebrochen. Zwei Sanitäter sollten vom Hummelsteinweg zum Waldhäusle fahren, „doch mit normalen Fahrzeugen war das bei dem Tiefschnee nicht zu schaffen“, erklärt der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Dobel, Werner Stängle. Seine Kollegen und er fuhren die Sanitäter darum mit dem Unimog zur Unfallstelle.

Hier bot sich den Rettungsdiensten ein weniger trauriges Bild als beim ersten Notruf: Der verunglückte Langläufer hatte sich bereits auf eine Bank gesetzt und auf Hilfe gewartet. Mit dem Unimog brachten die Feuerwehrleute den Mann und die Sanitäter zurück zum Parkplatz am Sportplatz, von wo aus der 66-Jährige ins Krankenhaus gefahren wurde.