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01.10.2008

Tödlicher Autounfall - Neunter Verkehrstoter im Kreis Calw

KREIS CALW. Nach einem schweren Verkehrsunfall auf der B 28 ist die Zahl der Todesopfer im Kreis Calw in diesem Jahr auf neun gestiegen. Ein 46-jähriger Opel Corsa-Fahrer erlag gestern an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Der Mann war laut Polizei um 7.55 Uhr auf der Bundesstraße 28 von Nagold in Richtung Oberjettingen unterwegs. In der „Kehraukurve“ fuhr er auf der linken von zwei bergaufwärts führenden Fahrstreifen und überholte einen vorausfahrenden VW Golf. An dieser Stelle ist die Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer beschränkt.

Der Wagen des 46-Jährigen geriet vermutlich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schleudern und kam so auf die Gegenfahrbahn. Dort stieß er frontal mit einem Mercedes-Sprinter zusammen, an dessen Steuer ein 31-Jähriger saß. Da der 46-Jährige nicht angeschnallt war, wurde er beim Aufprall durch die Heckscheibe aus dem Auto auf die Bundesstraße geschleudert. Dabei prallte er mit dem Kopf gegen den zuvor überholten VW Golf. Mit angelegtem Sicherheitsgurt hätten diese tödlichen Folgen nach Einschätzung von Fachleuten verhindert werden können.

Ein Notarztwagen und fünf Rettungsfahrzeuge waren an der Unfallstelle, die für die Unfallaufnahme voll gesperrt werden musste. Zudem wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Der entstandene Sachschaden wird auf 35 000 Euro geschätzt, dabei entstand an dem Opel und an dem Mercedes jeweils Totalschaden. Die Vollsperrung der Bundesstraße wurde kurz nach 10.30 Uhr aufgehoben. Die Ermittlungen dauern an.
Nach Angaben der Polizei wurde erst in der vergangenen Woche wegen zu häufig auffallender Gurtmuffel eine landesweite Gurtkontrolle durchgeführt. Dabei wurden alleine im Landkreis Calw 118 Erwachsene mit 30 Euro verwarnt, da sie den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten.
In neun Fällen fehlte in Fahrzeugen die erforderliche Kindersicherung.

Deshalb wurden die Erwachsenen Fahrer mit 40 Euro zur Kasse gebeten und bekommen zusätzlich einen Punkt in Flensburg. Fünf Autofahrer wurden dabei beobachtet, als sie während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefonierten. Sie mussten 40 Euro bezahlen und erhalten ebenfalls einen Punkt in Flensburg.

Insgesamt geht die Polizei von einer Gurtanschnallquote von 90 Prozent aus. Auch aufgrund des jetzt aktuellen Verkehrsunfalls mit tödlichem Ausgang werde die Polizei die Gurtmoral weiterhin verstärkt kontrollieren, heißt es. Zeugenhinweise zu dem tödlichen Verkehrsunfall an das Polizeirevier Nagold unter (07452) 93 05 0.