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Auf einem abgestellten Kesselwagen  im Wilferdinger Bahnhof erlitt ein 18-jähriger Mann aus Nöttingen einen Stromschlag von der Oberleitung. Der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen.
Auf einem abgestellten Kesselwagen im Wilferdinger Bahnhof erlitt ein 18-jähriger Mann aus Nöttingen einen Stromschlag von der Oberleitung. Der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. © Günther
27.06.2010

Tödlicher Stromschlag: 18-Jähriger steigt auf Güterwagen

REMCHINGEN-WILFERDINGEN. Ein tragisches Unglück hat sich am frühen Samstagmorgen auf den Gleisanlagen beim Bahnhof in Wilferdingen-Singen ereignet. Ein 18-Jähriger aus der Gemeinde Remchingen war auf einen Güterwagen gestiegen und wurde vom Strom der Oberleitung erfasst. Er stürzte von dem Wagon, der Notarzt konnte dann nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen, so die Pforzheimer Polizei.

Auf dem Wilferdinger Bahnhof habe sich nachts eine Gruppe junger Erwachsener zum Feiern eingefunden, so die Polizei. Gegen 2.20 Uhr entfernte sich der 18-jährige Nöttinger aus der Gruppe. Er ging zu den Gleisen, wusste aber offenbar nicht, dass dort die Oberleitung unter Strom steht. Die Gruppe sei auf ihn aufmerksam geworden, als die Kleidung des Mannes zu brennen begann, so die Polizei in ihrem Pressebericht. Die Kriminalpolizei Pforzheim hat die Ermittlungen aufgenommen.

15 000 Volt in der Leitung

Wie Marc Unger, der Einsatzleiter der Feuerwehr Remchingen, sagte, sei der junge Mann auf einen der Kesselwagen geklettert, die auf Gleis drei abgestellt sind. Der Strom in der Oberleitung des Schienennetzes mit 15 000 Volt sei durch den Körper des Mannes geerdet worden. Bei so hohen Spannungen reicht laut Polizei schon ein Abstand von 1,5 Metern für einen tödlichen Stromschlag.

Das DRK Remchingen, Rettungsdienst und Notarzt konnten dem jungen Mann nicht mehr helfen. Das Remchinger Rote Kreuz und das Notfall-Nachsorgeteam kümmerten sich um die Freunde und Verwandten sowie die unter Schock stehenden jungen Männer der Gruppe, die den Unfall erlebt hatten.

Am Unfallort waren außerdem der Notfallmanager der Deutschen Bahn, Beamte des Polizeireviers Neuenbürg, die Bundespolizei sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister. Die Feuerwehr leuchtete die Unfallstelle aus, um die Kripo bei den Ermittlungen zu unterstützen. Die Gleise eins und zwei waren vorübergehend voll gesperrt.

Vor einem Jahr ist im Pforzheimer Hauptbahnhof ebenfalls ein junger Mann ums Leben gekommen, als er über einen Wagen kletterte und einen Stromschlag erhielt. rst/wg/pol