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Fundort der Toten in Grunbach: Noch ist offen, was im Haus passiert ist. Foto: T. Keller 

Tote Frau in Grunbach: Totschlagsermittlungen und Spekulationen

Was ist in dem Haus in Grunbach geschehen, in dem am Abend des 9. April eine junge Frau tot aufgefunden worden ist? Zusammen mit ihrem Lebenspartner, der seit dem Tag darauf unter dem dringenden Verdacht des Totschlags in Untersuchungshaft ist.

Solange die Ermittler ihre Erkenntnisse noch sammeln, wird in der Öffentlichkeit spekuliert. Und diese Erwägungen, was hinter der mutmaßlichen Beziehungstat stecken könnte, setzen zwangsläufig bei dem betroffenen Paar an.

Die beiden hatten zwar am neuen Wohnort in Grunbach keine engen Kontakte. Aber in Pforzheim beispielsweise, wo beide beim selben Unternehmen arbeiteten, war das anders. Besonders das in der Region aufgewachsene Opfer kannten viele. Auch durch die Stellung der Frau in der Unternehmenskantine. Einige kannten auch beide als Paar. Entsprechend groß ist die Betroffenheit. Und entsprechend drängend ist die Suche nach Erklärungsansätzen. Dabei geht es um frühere Anzeichen von Gewalt und Streit in der Beziehung, von denen manche berichten. Um Frust des Verdächtigen in anderen Lebensbereichen.

Doch was es damit wirklich auf sich hatte, ist noch immer Gegenstand der Ermittlungen im Lebensumfeld des Paares, die in der Hand des Kriminalkommissariats Pforzheim liegen. Sie laufen unter Hochdruck, wie Oberstaatsanwältin Gabriele Gugau sagt. Schon weil mit dem Lebenspartner ein Beschuldigter in Untersuchungshaft sei. Aber noch ist kein umfassendes Bild zusammengetragen worden. Und auch die Ergebnisse der Untersuchungen von Spuren durch die Kriminaltechnik oder die Rückschlüsse durch die Rechtsmedizin liegen noch nicht auf Gabriele Gugaus Schreibtisch. So weiß man beispielsweise noch immer nicht genau, wann die junge Frau gestorben ist, geht nur davon aus, dass das Tage vor der Entdeckung geschehen ist.

„Wir können keine Vermutungen äußern oder halbfertige Ergebnisse öffentlich machen“, sagt sie. Schließlich geht es am Ende um die Frage einer Anklage gegen den Tatverdächtigen und in diesem Falle schließlich um einen Prozess. Würden die Ermittlungsbehörden in einem frühen Stadium Einschätzungen öffentlich machen, die sich durch weitere Ermittlungen als falsch herausstellten, würde das eine spätere Anklage belasten. Noch vorsichtiger sind die Ermittler bei Details zu dem, was die Einsatzkräfte vor nicht ganz zwei Wochen in dem Grunbacher Wohnhaus angetroffen haben. „Täterwissen“ nennt man diese Einzelheiten, die nur derjenige kennen kann, der eine Tat begangen hat. Auch das kann vor Gericht wichtig werden. Und schließlich, so Gugau, habe man auch Schutz für Opfer, Angehörige und den Verdächtigen im Blick.