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Am Trafoturm am Brunnenplatz in Dobel nagen bereits seit 1910 die Zeichen der Zeit. Die Netze-BW sehen keine Verwendung mehr, ein Dobler hat dagegen eine Idee für die Zukunft.  Foto: Meister 

Trafoturm wankt: Was passiert mit Dobels erstem Impulsgeber?

Dobel. Der alte Trafoturm am Brunnenplatz brachte 1910 Strom in den Ort. Für das Unternehmen Netze-BW hat er ausgedient – für einen Bürger noch lange nicht.

Gut 100 Jahre hat der Transformatorenturm am Brunnenplatz der Stromversorgung in Dobel gedient. Doch wie es mit dem Bau aus dem Jahr 1910 weiter geht, ist offen.

Seit 2006 dient er nur noch als Abspannstation und für die notwendige Technik wurde eine Ersatzstation eingerichtet. Aus Sicht des Stromnetzbetreibers Netze-BW sind am Turm umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig, die wirtschaftlich nicht sinnvoll seien. Deshalb möchte das Unternehmen einen Stahlrohrmasten als neuen Abspannpunkt für die abgehenden Freileitungen aufstellen.

Der Gemeinderat gab als Eigentümerin des Grundstücks im September grünes Licht (die PZ hat berichtet). Allerdings unter der Bedingung, dass bei der Breitbandverlegung im Ort die Freileitungen durch Erdkabel ersetzt werden und der Mast deshalb nur temporär aufgestellt wird.

Der Aufhebung als Kulturdenkmal, was der Trafoturm ist, der Eigentumsübernahme und dem Abriss stimmte der Rat allerdings vorerst nicht zu. Das Thema beschäftigt den Höhenhort schon länger, denn ein Ratsbeschluss im April 2006 sieht einen Abriss der Station vor.

Weshalb es letztlich nicht dazu kam, kann Dobels Bürgermeister Christoph Schaack nicht erklären. Laut ihm habe sich sein Amtsvorgänger Wolfgang Krieg zwar mit dem Betreiber hinsichtlich des Denkmalschutzes in Verbindung gesetzt, aber keine Rückmeldung erhalten. Schaack erklärte, dass die Gemeinde aber weiterhin bereit sei, einen Antrag auf Prüfung des denkmalschutzrechtlichen Status mit zu unterzeichnen, sofern dies als Grundstückseigentümer erforderlich sei. Über einen Abriss oder eine andere Verwendung des Turms soll aber gesondert entschieden werden.

Für den Dobler Werner König wäre ein Abriss nicht nachvollziehbar. König spricht von einem Kulturdenkmal, von dem aus Dobel erstmalig mit Elektrizität versorgt wurde. „Es ist ein historisches Häuschen, dass die Veränderung darstellt“, so König. Dobel könne sich glücklich schätzen, solch eine Station im Ort zu haben.

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