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Viele Monate kämpfte der Asylbewerber Najibullah darum, seinen todkranken Sohn nochmals sehen zu dürfen.
Viele Monate kämpfte der Asylbewerber Najibullah darum, seinen todkranken Sohn nochmals sehen zu dürfen.
04.12.2018

Trauriges Ende: Afghanischer Junge stirbt nach langem Behördenstreit in Pforzheim

Pforzheim. Der aus Afghanistan stammende achtjährige Sorosh hat den Kampf gegen den Tumor in seinem Gehirn verloren. Der Junge starb in der Nacht auf Dienstag im Beisein seiner Familie in einem Krankenhaus in Pforzheim.

Rund sieben Monate zuvor wurde die lebensbedrohliche Krankheit bei dem Jungen in Kabul diagnostiziert. Seither lieferte sich sein Vater Najibullah, der als Flüchtling im April 2015 in Deutschland einreiste und nun im Enzkreis lebt, einen langen Kampf mit verschiedenen deutschen Behörden (die PZ berichtete mehrmals). Dabei ging es immer wieder um eine Zusammenführung der Familie und um die Frage, ob der Achtjährige in Deutschland behandelt werden kann.

Einreise lange nicht möglich

Doch jede Mühe blieb erfolglos: Nach dreijährigem Aufenthalt in Ispringen, wo Najibullah zunächst wohnte, wäre dem Vater im Falle einer Reise in sein Heimatland eine Rückkehr in die Bundesrepublik verweigert worden. Außerdem waren Sorosh, seine Mutter und sein kleiner Bruder bis zuletzt gezwungen, in Kabul zu bleiben und in Pakistan ärztliche Hilfe aufzusuchen, da ein Familiennachzug nach Deutschland ebenfalls nicht genehmigt wurde. Auch die engagierte und bis zuletzt nicht abreißende Unterstützung des Freundeskreises Asyl in Ispringen konnte die Verantwortlichen nicht zu einem Einlenken bewegen. Und sogar Landes-Innenminister Thomas Strobl (CDU), der angeblich als einzige Person eine Ausnahme gewähren hätte können, lehnte ab.

Am Samstag dann die lang ersehnte, letztendlich aber wohl zu späte Erlösung: Der Junge konnte gemeinsam mit Mutter und Bruder von Kabul über Istanbul nach Deutschland reisen. „Wir haben das Familiennachzugsverfahren vorgezogen“, sagt die zuständige Dezernentin des Enzkreises, Hilde Neidhardt. Schneller als üblich, so erklärt sie die Umstände, konnte der Familie die Einreise erlaubt und die Unterbringung des Jungen in einem Krankenhaus in Pforzheim ermöglicht werden.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 5. Dezember, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.