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Trinken und Randalieren: Region setzt

auf Prävention und City-Streifen.
Trinken und Randalieren: Region setzt auf Prävention und City-Streifen. © dpa
08.04.2011

Trinken und randalieren: Keine "Rote Karte" in der Region

ENZKREIS/PFORZHEIM. Mach kein Stress - Karlsruhe handelt. Mit dieser Aktion möchte man in Karlsruhe ein Zeichen gegen Alkohol und Randale setzen. Auch in der Region sind die Verantwortlichen nicht untätig. In Karlsruhe läuft das Projekt gegen Alkoholmissbrauch, Gewalt und Vandalismus bei jungen Leuten seit rund zwei Jahren. Mit ganz klaren Maßnahmen: Randalierern droht der Idiotentest, Unruhestifter in Lokalen bekommen ein Hausverbot im Karlsruher Nachtleben, Störenfriede, die Dreck machen, pöbeln oder zu laut sind, erhalten einen Platzverweis und Gewalttäter müssen mit einem City-Verbot rechnen, das in den Abend- und Nachtstunden gilt und bis zu drei Monate dauern kann.

Eine deutliche Ansage, die auf Plakaten jedem klar macht, dass sein Verhalten Konsequenzen hat. Ein Beispiel, das auch in Pforzheim Schule machen sollte? Wie Philip Mukherjee, bei der Stadt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, betont, gebe es die meisten dieser Maßnahmen auch in Pforzheim – allerdings habe man ihnen keinen griffigen Slogan verpasst. Es gebe auch keine Stelle, bei der die Fäden zusammenlaufen. „Das ist eine Frage des Geldes und deshalb schwierig für uns.“ Dennoch laufe einiges: Wer betrunken Stress macht, bekommt die „gelbe Karte“. Junge Leute riskieren damit ihren Führerschein. Auch ein Platzverweis und ein City-Verbot sind im Repertoire der Ordnungshüter und würden auch angewandt. In den Kommunen im Enzkreis setzt man eher auf Vorsorge. „Damit haben wir gute Erfolge erzielt“, meint Tiefenbronns Bürgermeister Friedrich Sämann. Auslöser waren Alkohol-Exzesse bei Jugendlichen, die beim Straßenfest immer wieder für Ärger sorgten. Tiefenbronn schloss sich daraufhin wie Eisingen und Friolzheim dem Runden Tisch Alkoholprävention an, den das Landratsamt anbietet. Es sei einiges erreicht worden, wie Bürgermeister Sämann berichtet. So finden bei Vereinsfeiern Eingangskontrollen statt. Die Jugendlichen erhalten – entsprechend ihres Alters – ein farbiges Armband. Damit weiß man am Ausschank auf einen Blick, ob der Kunde Alkohol erhält oder nicht. In Friolzheim hat man außerdem gute Erfahrungen mit der City-Streife gemacht, wie Hauptamtsleiter Eberhard Enz berichtet. „Es ist gut, dass wir Präsenz zeigen.“ Diesen Weg möchte man jetzt auch in Straubenhardt beschreiten. Die City-Streife dreht seit Anfang April ihre Runden durch die Ortsteile, damit man Probleme mit Vandalismus, Müll und Lärmbelästigung in den Griff bekommt.