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Zumindest bei der Getreideernte ist man fast im Soll. Darüber freuen sich Martin Reinhardt, Vorsitzender Bäckerinnung Pforzheim-Enzkreis (von links), Ralf Jäckle, Bäcker aus Friolzheim, Markus Mönch, Inhaber der Mönsheimer Mühle, Hilde Neidhardt, Dezernentin des Enzkreises, Jürgen Krepp, Leiter Landwirtschaftsamt, Ulrich Hauser, Kreisvorsitzender Bauernverband sowie die beiden Friolzheimer Landwirte Jürgen Böhmler und Bernd Benzinger. Foto: Krivec
Zumindest bei der Getreideernte ist man fast im Soll. Darüber freuen sich Martin Reinhardt, Vorsitzender Bäckerinnung Pforzheim-Enzkreis (von links), Ralf Jäckle, Bäcker aus Friolzheim, Markus Mönch, Inhaber der Mönsheimer Mühle, Hilde Neidhardt, Dezernentin des Enzkreises, Jürgen Krepp, Leiter Landwirtschaftsamt, Ulrich Hauser, Kreisvorsitzender Bauernverband sowie die beiden Friolzheimer Landwirte Jürgen Böhmler und Bernd Benzinger. Foto: Krivec
19.07.2018

Trockenheit hinterlässt auf Feldern im Enzkreis Spuren

Enzkreis. Mit Sorge und Hoffnung werden viele Bauern aus dem Enzkreis die vergangenen Monate gen Himmel geschaut haben. Denn auch dort blieben die Niederschläge ab Februar sehr deutlich unter dem Durchschnitt, wie das Landratsamt am Donnerstag auf einem Pressegespräch zur Getreide- und Rapsernte mitteilte.

Trotzdem müsse man mit den Erträgen auf den Getreidefeldern sehr zufrieden sein und sei noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen, so Jürgen Krepp, Leiter des Landwirtschaftsamts – vor allem im Vergleich zu Nord- und Ostdeutschland, wo die Trockenheit den Pflanzen sehr stark zugesetzt hat. Doch der ausbleibende Regen ist auch an der Landwirtschaft in der Region nicht ganz spurlos vorbeigezogen. Freud und Leid im Überblick:

Im Enzkreis konnten Getreide und Raps so früh wie noch nie geerntet werden, so Hilde Niedhardt, Dezernentin für Landwirtschaft. Die vierte frühe Ernte in Folge. Grund sei der bis dato wärmste April seit Wetteraufzeichnung sowie die ebenfalls überdurchschnittlichen Temperaturen im Mai und Juni. Diese hätten zu einer schnellen Reife des Getreides und Rapses geführt. Auch die Heubauern konnten laut Landratsamt in dieser Saison früher loslegen als gewohnt.

Das Wintergetreide, das bereits vergangenes Jahr ausgesät wurde, sei mit den teils abnormalen Wetterbedingungen gut zurechtgekommen, so Hilde Neidhardt. Bei der Saat im Herbst sei es zu nass gewesen, im Februar und März zu kühl und die vergangenen Monate dann zu trocken. Bei der Wintergerste erwarte man von den Feldern durchschnittliche Mengen, knapp unter ihrem sonstigen Niveau werden aller Voraussicht nach der Winterweizen und die Sommergerste ausfallen. „Ich bin etwas überrascht von dem Ergebnis“, meinte Landwirt Jürgen Böhmler aus Friolzheim. Vor zwei Wochen hätte er noch nicht mit durchschnittlichen Erntemengen bei Weizen gerechnet.

Der Raps hatte durch die Wetterumstände dagegen sehr zu leiden, sagte Dezernentin Hilde Neidhardt gestern auf der Pressekonferenz auf dem Hof von Bernd Benzinger in Friolzheim. Der Landwirt beklagt eine unterdurchschnittliche Ernte. Erst sei der Raps nicht und dann zu schnell gewachsen. Auch kreisweit habe die Pflanze in dieser Saison unterdurchschnittliche Erträge erzielt, so Neidhardt weiter – aufgrund der starken Sonneneinstrahlung während der Reifephase.

Die Qualität des Getreides befindet das Landratsamt trotz aller Widrigkeiten in diesem Jahr als sehr gut. Zufrieden ist in diesem Punkt auch Benzinger. Markus Mönch von der Mönsheimer Mühle sagt, dass alle für die Qualität relevanten Werte – beispielsweise die Eiweiß- und Kleberwerte sowie die Kornausbildung – sehr gut zu sein scheinen. Mehr darüber lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.