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Jugendliche unterschiedlicher Kulturen trommelt Ulli Baral aus Niefern-Öschelbronn in Wildbad zusammen.
Jugendliche unterschiedlicher Kulturen trommelt Ulli Baral aus Niefern-Öschelbronn in Wildbad zusammen.
26.10.2016

Trommeln für die Menschlichkeit - Junge Menschen aus Pforzheim und dem Enzkreis bei Workshop

In seinen zehn Jahren als selbstständiger Trommellehrer hat Ulli Baral schon einiges erlebt und mitgemacht. Für das seit Anfang Oktober laufende und bis Ende November dauernde „Festi-wall für ein friedliches Miteinander“ in und um Bad Wildbad verzichtet der 40-jährige Niefern-Öschelbronner erstmals auf ein Honorar.

Jeweils fünf einheimische Jugendliche, fünf Spätaussiedler-Kinder aus Pforzheim und dem Enzkreis und fünf Flüchtlinge aus dem Bad Wildbader Umfeld sollen zusammen Trommeln bauen. Bezahlen müssen sie dafür nichts, werden doch die Materialkosten unter anderem von der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ gesponsert. Gemeinsam wird das Spielen erlernt und dann auch öffentlich praktiziert. Dem ehemaligen Gärtnermeister ist das unheimlich wichtig: „Ich mache das sehr gerne ausnahmsweise einmal kostenlos, weil die Bad Wildbader Aktion eine gute Sache ist. Wir trommeln miteinander und nicht gegeneinander.“

Noch ein paar Plätze frei

Zunächst geht es darum, dass die maximal 15 Jugendlichen – einige wenige Anmeldungen sind noch kurzfristig möglich und erwünscht – am Mittwoch, 2. November, um 16.30 Uhr im Bad Wildbader Jugendhaus aus Baukästensätzen die Trommeln zusammenbasteln. Victor Fritz kommt dazu aus Pforzheim in die Badestadt. Er ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Hubertus Welt, der als inzwischen in Rente befindlicher Geschäftsführer des Bezirksvereins für soziale Rechtspflege (Straffälligenhilfe) in Pforzheim ein ähnliches Projekt für Jugendliche in Haft und solchen draußen erfolgreich abgehalten hatte. Und der im Bad Wildbader Stadtteil Sprollenhaus lebende Welt ist wiederum der Initiator und Hauptorganisator des Arbeitskreises und „Festi-walls für ein friedliches Miteinander“, das Mauern im Kopf abbauen soll. Daher auch der Name „Festi-wall“.

Doch mit dem Trommelbau allein ist es nicht getan. Am 5. November kommt erstmals Trommellehrer Ulli Baral nach Wildbad, um zwischen 11 und 13 Uhr im Jugendhaus die erste Übung abzuhalten. „Da erfolgt die Einführung ins Trommeln“, klärt er auf. Mit Grundschlägen und -rhythmen macht er dann die jungen Leute am 25. November zwischen 17 und 19 Uhr vertraut und studiert mit ihnen Lieder ein, die schließlich beim Abschlussempfang des „Festi-walls“ am 30. November öffentlich aufgeführt werden. „Es geht um Zusammenhalt, Zusammenspiel und das Aufeinanderhören“, sagt Ulli Baral. Bei den Trommeln handelt es sich übrigens um Cajones. Eine Cajon ist eine spanisches Trommelkiste.

Wege zur Integration

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Anmeldungen und Infos unter www.festiwall.wordpress.com